Werner Höchstetter Mit einem spektakulären Vorhaben startete der Litzendorfer Gemeinderat das neue Sitzungsjahr. Zahlreiche interessierte Jugendliche waren anwesend, als der Geschäftsführer der Firma "Radquartier", Robin Specht, mit einem Video die geplante Pumptrack-Anlage vorstellte. Was das Unternehmen aus dem Landkreis Hof anbietet, ist ein dem Zeitgeist entsprechender, asphaltierter Rundkurs aus Hügeln und Wellen.

Für die Litzendorfer Anlage sei der schon etwas in die Jahre gekommene Multifunktionsplatz auf dem Gelände des ASV Naisa vorgesehen, der ohnehin sanierungsbedürftig sei. Obwohl er abseits des Wohngebiets liege, sei er leicht erreichbar. Hinsichtlich des Immissionsschutzes dürfe es keine Probleme geben, führte Specht aus.

Gemeindesozialabeiter Franz Bezold betonte, dass ein Pumptrack im Gegensatz zu einem reinen Skatepark nicht mit einem Negativimage behaftet sei. Hier handele es sich nämlich um eine generationsübergreifende Begegnungsstätte, wo sich Jung und Alt, Rollstuhlfahrer und Mountainbiker, Skateboarder und was sonst noch alles auf Rollen unterwegs ist, tummeln.

Zweite Anlage in Bayern

Im Paket enthalten sei ein Trampolin und eine sogenannte Calisthenics-Anlage, eine Art Geräteturnpark, die dem Projekt einen zeitgemäßen Anstrich verleiht. Pädagogisch wertvoll sei das Vorhaben auch, weil die Gemeindejugend an der Gestaltung der Anlage mitwirken solle und müsse. Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) rief die im Saal versammelten Jugendlichen auf, sich an der Finanzierung in Form von Spendenaktionen zu beteiligen.

Die Gesamtkosten, inklusive der Entsiegelung der Zufahrt, sollen sich auf rund 300 000 Euro belaufen. Für die Gemeinde wird, Förder- und Sponsorengelder mit einberechnet, ein Eigenanteil von etwa zehn Prozent der Investitionssumme in Aussicht gestellt. Der Kommune verleihe eine solche zukunftsweisende Anlage ein Alleinstellungsmerkmal, da es bayernweit nur in Selb ein solches Exemplar gebe, hieß es. Der geplante Sportpark werde auch nicht so von Vandalismus betroffen sein, weil beim Bau widerstandsfähige Materialien verwendet würden. Rekordverdächtig ist das Tempo der Realisierung des Bauvorhabens: Bereits im April oder Mai könnte die Anlage in Betrieb genommen werden, vorausgesetzt die Gemeinde sorgt für die Vorarbeiten.

Fördermittel müssen fließen

Der Beschluss für eine Durchführung der Baumaßnahmen, vorbehaltlich einer Zusage der Fördermittel, fiel einstimmig aus. Auch die restlichen Tagesordnungspunkte, die sich auf private und gemeindliche Bauvorhaben bezogen, wurden positiv beschieden.