Michael Busch Der Naherholungsverein "Rund um Erlangen" hat ein Ziel: Den Bürgern in Zusammenarbeit zwischen Stadt und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt Naherholungsmöglichkeiten zu bieten. "Das geht nur gemeinsam zwischen den Beteiligten, ohne auf Gebietsgrenzen zu achten", betont Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen und Vorsitzender des Naherholungsvereins.

Janik erläutert, warum es wichtig sei, diese Tafeln mit Informationen und Karten an den Eingängen zum Markwald, also der Wald zwischen Erlangen, Röttenbach, Hemhofen und Baiersdorf, zu platzieren. Es sei richtig, dass es den Wald schon länger gebe und die vielen Möglichkeiten sich in dem Wald zu bewegen auch genutzt würden. "Für viele Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass es diese Wälder gibt. Aber: Dahinter steckt viel Arbeit und viel Sachverstand", erklärt Janik. Dies sei wichtig, wenn die Arbeiten im Wald für den Bürger oftmals nicht sofort zu erkennen seien.

Störende Trockenperioden

Forstamtsleiter Peter Pröbstle erklärt: "Im Moment machen wir uns viele Sorgen um unsere Wälder." Denn die Wälder rund um Erlangen erfüllen viele Funktionen. Sie dienen der Erholung und dem Naturschutz in besonderem Maß. "Aber sie schützen auch unser Trinkwasser, speichern Kohlendioxid, filtern Luftschadstoffe, schützen den Boden und kühlen die Städte", sagt der Fachmann. Genau darauf soll hingewiesen werden, da der Wald in den hiesigen Bereichen bedroht sei. Die erwähnten Leistungen "erbringen unsere Wälder weiterhin ungeschmälert und gratis, obwohl es ihnen nach den beiden Trockenjahren 2018 und 2019 sehr schlecht geht", sagt Pröbstle.

Forstbetriebsleiter Stefan Keilholz lieferte weitere Angaben zur Bedeutung des Markwaldes. "Das Waldgebiet gehört seit dem 11. Jahrhundert zum Besitz des Fürstbischofs von Bamberg. Über die Jahrhunderte ist der Markwald als großes geschlossenes Waldgebiet erhalten geblieben und heute als Bannwald in seiner Waldfläche geschützt." Auf den ausgelaugten Waldböden in Folge der intensiven Nutzung des Rohstoffes Holz, war es zum Teil nur möglich, die anspruchslose Kiefer anzupflanzen. Die Monokulturen prägten bis Anfang der 1970er Jahre das Bild des Markwaldes. Dieser Wald war sehr anfällig für Schädlinge, wie die Schmetterlinge Forleule und Nonne, die noch im 20. Jahrhundert große Waldflächen vernichtet haben.

Um dem entgegenzuwirken, wurden laut Keilholz die Samen von Eichen, Buchen und Tannen gesät. Mit Blick über den Dechsendorfer Weiher erklärt er: "Sie sehen natürlich immer noch Kiefern, aber es ist eben keine Monokultur mehr." Heute werden im Markwald etwa 12 000 Kubikmeter Holz bereitgestellt.

Fitnessparcours kommt

"Der nachwachsende Rohstoff Holz kann regional als Baustoff und Energieträger unseren Säge- und Zellstoffwerken und den vielen Brennholzkunden nachhaltig bereitgestellt werden", sagt der Experte. Weiterhin werde die biologische Vielfalt allgemein gefördert durch den Schutz von Horst- und Höhlenbäumen und dem Belassen von Totholz und Biotopholz für Schwarzspechte, Eulen und Fledermäuse.

Das seien letztlich alles Angebote für den Naherholungssuchenden. Florian Janik unterstrich: "Gerade in unserer Zeit, in der Menschen weitere Strecken auf sich nehmen, um Erholung zu finden, ist das Angebot vor der Haustüre von wichtiger Bedeutung." Der Dechsendorfer Weiher und die Umgebung spielen für die umliegenden Gemeinden eine wichtige Rolle.

"Wir werden das auch noch weiter vorantreiben", erklärt Janik just in dem Moment, indem ein Anhänger mit Zement entlang des Weihers fährt. "Um den Bereich Sport im öffentlichen Raum weiter auszubauen und das sportliche Angebot hier noch attraktiver zu gestalten, ist nun die Errichtung eines Fitnessparcours am Dechsendorfer Weiher vorgesehen." Es gibt also mehr als einen Grund in diese Gegend weiter zu intensivieren. Janik schloss seine Erklärungen ab mit dem Hinweis: "Wir werden dafür auch Gelder zur Verfügung stellen." Denn wie heißt es so schön - und in diesem Falle in einer besonderen Doppeldeutigkeit: Ohne Moos nix los!