Mit Epilepsie zu leben, ist nicht immer einfach, wie ich als Betroffene festgestellt habe. Wie geht man mit der Krankheit um und führt trotzdem ein selbstbestimmtes Leben? Offen darüber reden und seinen Freunden oder Bekannten die Angst vor einem möglichen Anfall zu nehmen, ist schon einmal ein sehr wichtiger Punkt. Aber es kann auch vorkommen, dass man abgelehnt wird und mit seinem Handicap nicht akzeptiert wird. Das kann aber ein Vorteil sein: So lassen sich Menschen erkennen, mit denen eine Freundschaft vielleicht funktionieren könnte. Neben der regelmäßigen Einnahme der Tabletten, den Kontrollterminen, Sport und Entspannungstechniken gibt es einige weitere Punkte, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können: die persönliche Einstellung zur Krankheit und dass man lernt, auf seinen Körper zu hören. Es wirkt banal, aber zunächst ist es wichtig, die Diagnose zu verarbeiten und zu akzeptieren. Dann ist es möglich sich Gedanken zu machen, wie es weitergehen kann. Da helfen auch Epilepsie-Beratungsstellen oder die Moses-Schulung, bei der Gespräche mit anderen Betroffenen oder Angehörigen möglich sind. Außerdem ist es von Vorteil, wenn man seinen eigenen Körper besser kennenlernt: In welchen Situationen geht es einem gut und in welchen ist man nervös oder hat sogar Angst? Reagiert man empfindlich auf bestimmtes Licht? Ist Stress ein Problem? Auslöser für das "Gewitter im Kopf" gibt es viele, und es ist wichtig, herauszufinden, was einem nicht guttut. Umso besser lassen sich solche Situationen vermeiden und Gegenmaßnahmen ergreifen. Jedoch ist es nicht zielführend, wirklich jedes kleinere Unwohlsein in die "Anfallsschublade" zu schieben. Trotz der Vorsichtsmaßnahmen, die man als Epilepsiebetroffener in Kauf nehmen muss, gibt es noch genügend Dinge, die einem guttun und glücklich machen.