Werke des Österreichers Anatole Ak und des im unterfränkischen Untermerzbach lebenden und arbeitenden Gerd Kanz stehen im Mittelpunkt der achten Ausstellung der Burgkunstadter Produzentengalerie für Gegenwartskunst.

Die Bilder der beiden mehrfach ausgezeichneten und international erfolgreichen Künstler sind vom 10. bis einschließlich 31. März zu sehen; ebenso Skulpturen von Claudia Katrin Leyh (Meiningen), Martina Kreitmeier (Landshut), Patrick Niesel (Nürnberg) und des in Memmelsdorf arbeitenden Franzosen Denis Delauney.

Eröffnet wird "Die Achte" in der Galerie am Schönberg 3, Burgkunstadt, am Samstag, 9. März, um 17 Uhr. Zur Vernissage werden mehrere Künstler anwesend sein. Die Arbeiten der Bildhauer sind während des ganzen Jahres 2019 in Burgkunstadt ausgestellt.

Anatole Ak ist in Österreich einer der bekanntesten Maler der Gegenwart. 1956 in Linz geboren, lebt und arbeitet er als Grafiker, Maler und Kunsterzieher im oberösterreichischen Engerwitzdorf. In den 1970er Jahren besuchte er die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst am Mozarteum in Salzburg. Bereits 1980 erhielt er den Kunstförderungspreis Salzburg, seine Arbeiten sind im Besitz öffentlicher und privater Sammlungen - sowohl im österreichischen Inland als auch im Ausland. Anatole Ak arbeitet in den Techniken Öl auf Leinen und Papier. Für ihn, so wird seine künstlerische Arbeitsweise beschrieben, ist die Farbe Werkstoff, Materie und formbares Element.

Wie ein Teil von ihm

Und die Abstraktion ist im Laufe seiner mehr als 30 Jahre währenden künstlerischen Arbeit zum Merkmal seiner persönlichen Handschrift geworden. Dabei, so heißt es, habe er als Künstler nie versucht, Trends oder Modeströmungen nachzujagen. Anatole Ak sei authentisch, jedes Bild sei ein Teil von ihm.

Zur "Bande der Neoromantiker" zählt sich Gerd Kanz, der von sich sagt, er glaube an Kunst, die sich jenseits vom aktuellen Tagesgeschehen mit existenziellen Dingen beschäftigt, weil die wichtigen Dinge im Leben komplexer seien. Das sei keine Flucht aus der Welt, sondern ein Gegenentwurf dazu.

Gerd Kanz ist Maler und Bildhauer zugleich. 1966 in Erlangen geboren, studierte er von 1987 bis 1993 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg Malerei. Heute lebt und arbeitet er freischaffend in Untermerzbach, Landkreis Hassberge, und im griechischen Pombia. Seine Werke verkauft der Künstler längst auch in Amsterdam und New York.

Das Besondere an seinen Tafelstücken (Öl auf Holz) ist seine Arbeitsweise, bei der er den Untergrund, sprich den Bildträger, zunächst mit Hammer und Stemmbeitel - oder auch mit der Axt - bearbeitet. "Hier", so sagt er, "geht es unter anderem darum, die bestimmte Vorstellungen bewirkenden Eigenschaften der Stücke zu steigern." Hinzu kommt der "malerische" Teil, bei dem Kanz durch feinste Farbdifferenzierungen und Kontraste Tiefe und Lichthaltigkeit entstehen lässt. In der Produzentengalerie Burgkunstadt zeigt Gerd Kanz ("Ich habe wieder die alte Regel aufgegriffen, zum Anfang des Jahres mit kleinen Formaten zu beginnen") jahreszeitgemäß und "atelierfrisch", wie es aus seiner Sicht darum geht, wie die Dinge wachsen. "Maler sind gewissermaßen Gärtner im philosophischen Raum", schrieb Kanz einmal. "Ich pflanze Fragen, und manchmal wächst daraus eine Antwort. Ich male und pflanze und staune über das Wachsen der Dinge."

Unter den vier Bildhauern, die 2019 eine Auswahl ihrer Arbeiten in Burgkunstadt zeigen, ist auch die im thüringischen Meiningen lebende und arbeitende Claudia Katrin Leyh. Ihr großes Thema ist der Mensch und das Zwischenmenschliche. Dazu sagt sie: "Der Spiegel des erlebten Momentes in der Physiognomie des Individuums, der Einfluss von Lebenssicht und Lebenseinstellung - nicht nur auf das Umfeld, sondern auch auf die eigene Konstitution des Absenders - sind mir ein ewig währendes Faszinosum." Und so zeigt Leyh - nicht ohne Augenzwinkern - ihre Menschen, deren Seelenleben, ihre Spannungen und Verspannungen oder ihre Reaktionen auf andere Individuen. Kurz: Es "menschelt" in Bronze.