Stadträte, Geschäftsführer, Architekten - sie alle kamen am Freitag in die Dobrachstraße, um die Einweihung der neuen Wohngemeinschaft zu feiern.
Die eineinhalb Jahre andauernden Bauarbeiten haben sich gelohnt: seit März leben die Bewohner bereits in der neu errichteten Wohngemeinschaft an der Dobrach - einem Haus für Menschen mit Behinderung. Träger der Einrichtung ist das Diakonische Werk der Dekanate Kulmbach und Thurnau.


Platz für 24 Bewohner

Das Grundstück ist 2500 Quadratmeter groß und bietet Raum für 24 Bewohner im Alter zwischen 20 und 60 Jahren. Aufgeteilt wurde das Gebäude in zwei Wohngemeinschaften mit je zwölf Zimmern. Vier davon sind Apartments und haben eine eigene Küche. "Die Apartments sind für die besonders Selbstständigen", erklärt Hausleiter Christopher Kairies. "Ihnen wird eine komplette kleine Wohnung zur Verfügung gestellt, mit allem Drum und Dran." Zusätzlich gibt es einen großen Garten, Gemeinschaftswohnräume, einen Hobbyraum und einen Therapieraum. 13 Mitarbeiter sind in der Anlage in Voll- und Teilzeit beschäftigt.
Bei der offiziellen Einweihung am Freitag kamen viele Gäste. Die meisten von ihnen waren an dem Bauprojekt beteiligt und wollten das Resultat begutachten.
Christopher Kairies übernahm das Grußwort für die Wohngemeinschaft: "Unser Konzept besteht darin, dass wir den Bewohnern die Möglichkeit geben wollen, selbstständig zu werden. Dieses Vorhaben kann jetzt endlich auch räumlich gezielt untermauert werden. Hier haben wir genug Platz dafür."
Thomas Engel, Regierungsvizepräsident von Oberfranken, drückt die Wichtigkeit der Wohnanlage in einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann aus: "Wie stark eine Gesellschaft ist, merkt man daran, wie sie mit den Schwächeren umgeht." Engel betont, dass die Schwächeren unsere Unterstützung benötigten und wie schön er es finde, dass in der neuen Wohnanlage ein familiäres Ambiente herrsche.
Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) lobt vor allem den Standort: "Die Innenstadt ist fußläufig erreichbar. Hier kann man gut am Leben teilhaben. Das finde ich schön, denn die Kontaktherstellung ist wichtig. Oft können Menschen von Behinderten einiges lernen. Vor allem, was die Offenheit und Herzlichkeit betrifft."


Kirchlicher Segen

Zum Schluss kam die Segnung - durchgeführt von Dekan Hans Roppelt und Pfarrer Rolf Dieling. "Der Friede sei mit diesem Haus und mit allen, die darin wohnen", predigten sie abschließend gemeinsam und wünschten den Bewohnern viel Freude in ihrem neuen Zuhause.