Der Thurnauer Unternehmer Hans Schwender möchte im Oberen Markt zwei Wohnhäuser bauen. Der Gemeinderat gab am Montagabend nach umfangreichen Vorgesprächen grünes Licht, doch nicht alle Räte waren glücklich.
Als der Thurnauer Unternehmer Hans Schwender die Grundstücke Oberer Markt 14 und 16 erworben hat, wollte er vor allem eines: die baufälligen und unansehnlichen Häuser beseitigen und den Bereich optisch ansprechender gestalten.


Denkmalschutz im Boot

Die Häuser sind inzwischen dem Erdboden gleichgemacht worden. Geblieben ist nur eine große Fläche, die förmlich darauf wartet, bebaut zu werden. "Ich habe im Vorfeld schon viele Gespräche mit dem Denkmalschutz geführt und habe mich beraten lassen", erklärte Hans Schwender auf Nachfrage der BR. Doch wie können Mehrfamilienhäuser am Rande des idyllischen Thurnauer Ortskerns aussehen? Traditionell, antiquiert oder modern?
Ihm sei empfohlen worden, keinen Baustil zu imitieren, sondern bewusst "im Zeitgeist" zu bauen. "Man hat mir signalisiert, dass sogar Häuser mit Flachdächern in Ordnung wären. Aber ich wollte nicht allein entscheiden. Ich wollte etwas Vernünftiges machen", erklärte der Unternehmer. So ließ er von seinem Architekten Professor Stefan Heublein vom Kulmbacher Büro H 2 M verschiedene Versionen ausarbeiten. "Ich habe mich mit dem Bauausschuss abgestimmt. Denn ich möchte, dass die Häuser am Oberen Markt auch von den Thurnauern akzeptiert und angenommen werden", so der Unternehmer.
Am Montagabend haben sich die Thurnauer Marktgemeinderäte für eine Gestaltungsvariante entschieden: Am Oberen Markt sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit Satteldach entstehen. Die Fenster sind akzentuiert. Das Dach ist überstehend. "Entstehen sollen zweimal fünf Wohnungen für meine Mitarbeiter", erklärte Schwender. Bislang hat er auswärtige Kräfte in der Fachklinik in Hutschdorf untergebracht. "Ich möchte aber nicht, dass meine Mitarbeiter in Gaststätten wohnen. Ich möchte sie nach Thurnau bringen, sie sollen integriert werden", so Schwender. Es handele sich um EU-Bürger, die in Thurnau eine neue Heimat finden könnten.


Mit Satteldach und Überstand

"Hans Schwender hat schon so viel sichtbar Gutes auf den Weg gebracht. Egal, für welche Version wir uns entschieden hätten, eine Verbesserung zur aktuellen Situation wäre es immer gewesen", kommentierte Dietmar Hofmann (SPD/OL) die Pläne. "Die Planungen mit Satteldach und Überstand sind in Ordnung. Wir stimmen zu", konnte sich auch Erwin Schneider (FW) mit dem Projekt anfreunden. "Es ist klar, dass sich durch die Neubauten die Optik des Umfeldes ändert. Aber die Version, die uns jetzt vorliegt, ist ein Kompromiss eines modernen Gebäudes mit einer differenzierten Fassade", so Veit Pöhlmann (FDP).


"Legen Wert auf Qualität"

"Für mich ist diese Planung erschreckend", konnte sich allein Hans-Friedrich Hacker (CSU) kein bisschen für die Vorschläge begeistern. "Wir haben in Thurnau moderne, stilvolle, schöne Häuser voller ruhiger Sachlichkeit, aber diese breiten erhabenen Fensterumrundungen sind einfach unpassend. Ich bin dagegen", machte er klar.
Hans Schwender indes versicherte, dass auf dem zentral gelegenen Grundstücken am Oberen Markt hochwertige Häuser entstehen werden. "Wir verwenden Backstein mit hervorragender Wärmedämmung. Wir achten darauf, dass auch die Fenster eine sehr gute Dämmung haben und wir legen Wert auf hohe Qualität", erklärte er.