Kein Gedränge gab es am Eingang zum Museum im Deutschordensschloss, als Museumsleiter Nicolas Zenzen die Gäste zur Führung "der Deutsche Orden in Münnerstadt" begrüßte. Nur ein einziges Ehepaar interessierte sich für diese Veranstaltung des Henneberg-Museums zum Tag des offenen Denkmals. Die beiden waren keine Einheimischen, sondern vom Bodensee angereist. Ilse Riede hatte von ihrem Sohn zum 80. Geburtstag einen Besuch des Heimatspiels samt Kurzurlaub in Münnerstadt geschenkt bekommen. Das Geburtstagskind aus Konstanz hat viel Bezug zu Münnerstadt und zur Region. Ilse Riede, eine geborene Müller, stammt aus Unsleben, besuchte das alte Gymnasium in Münnerstadt und machte hier eine dreijährige Lehre bei Eisen-Krais. Später arbeitete sie im Büro bei Preh in Bad Neustadt. Ilse Riedes erster Ehemann starb noch jung mit 30 Jahren. Da sie dort Verwandte hatte, ging sie danach nach Konstanz und arbeitete unter anderem über 25 Jahre als Sekretärin in der Zentralredaktion der Tageszeitung Südkurier. Auch wenn er nur zwei Zuhörer hatte, nahm sich Nicolas Zenzen eine Stunde Zeit, um den Gästen die Geschichte des Deutschen Ordens in der Stadt nahezubringen.