Gerne ist Landrat Wilhelm Schneider kürzlich der Einladung der Weiss Spindeltechnologie GmbH nach Maroldsweisach gefolgt, um sich ein Bild von dem Betrieb in seiner Heimatgemeinde zu machen. Geschäftsführer Claus-Peter Lehnert begrüßte die Delegation, bestehend aus Landrat Schneider, Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein, Büroleiter Michael Rahn und Wirtschaftsförderer Michael Brehm, in den Werkhallen des renommierten Spindelherstellers.
Erst vor wenigen Jahren wurden die Verwaltung, der Vertrieb und die Konstruktion des Unternehmens komplett von Schweinfurt aus in den nördlichen Landkreis Haßberge verlagert. "Relativ reibungslos", wie Claus-Peter Lehnert versichert. Nur wenige Mitarbeiter traten damals den Umzug nach Maroldsweisach nicht mit an.
Die Weiss Spindeltechnologie GmbH produziert jährlich rund 3000 verschiedene Spindeln für den deutschen und weltweiten Maschinenbau und gehört seit 2003 zum Siemens-Konzern. "Teil eines Konzerns zu sein, macht es einem nicht immer ganz leicht, die Betriebsergebnisse zu verifizieren und die Aufsichtsräte davon zu überzeugen, dass gerade Spindeln für eine Massenproduktion und automatisierte Herstellung nicht geeignet seien", meint der Geschäftsführer auf die Frage, inwieweit Konzernvorgaben Einfluss auf die Betriebsgröße und Beschäftigtenzahlen haben würde.
Es stehen zwar zahlreiche Maschinen in den Maroldsweisacher Werkhallen, aber eine Fließbandarbeit findet dort nur in einem ganz kleinen Bereich statt. Beim Rundgang durch die Hallen wurde auch die Pilotanlage eines Laser-Schweißstands besichtigt. Dort "dampft" ein Mitarbeiter mithilfe eines Lasers wieder Metall auf die Spindel, um sie anschließend auf Passmaße abschleifen zu können. Denn neben der Produktion von Spindeln ist die Reparatur und der Service an Spindeleinheiten ein weiterer wichtiger Bestandteil des Geschäfts.


Rund 270 Beschäftigte

Wirtschaftsförderer Michael Brehm hatte vermutet, dass es bei Weiss schwierig sein könnte, Mitarbeiter zu gewinnen, schließlich liege man nahe an Coburg und Ebern und müsse doch sicherlich mit der dortigen Industrie (und deren Gehältern) konkurrieren. Doch Claus-Peter Lehnert informierte, dass es überhaupt kein Problem sei, die notwendigen Fachkräfte am Arbeitsmarkt zu requirieren. Der Großteil der rund 270 Beschäftigten komme aus der näheren Umgebung sowie aus dem Raum Coburg und Bamberg. Ohnehin herrsche so gut wie keine Personalfluktuation. "Die Franken sind ihrer Heimat und ihrer Scholle treu", meint der aus Chemnitz stammende Geschäftsführer, der nach Stationen in Peking und Brasilien seine Heimat in Memmelsdorf gefunden hat. red