Man muss schon zweimal hinschauen: Wer spioniert hier bei der Nominierung der Untersteinacher Bürgergemeinschaft? Eine Gruppe der Wählergemeinschaft Untersteinach und ihrer Sympathisanten sitzt auf den hinteren Plätzen - unter anderem: WGU-Gemeinderat Markus Weigel, WGU-Bürgermeisterkandidat Helmut Bergmann, WGU-Listenkandidat Tobias Eichner sowie Bernhard Herrmann.

Herzliche Abneigung verbindet die UBG und die WGU. Wird die Versammlung reibungslos verlaufen? Was haben Weigel und seine Entourage vor? Die Anspannung ist greifbar.

Hinweis auf Benimmregeln

Vorsitzender Philipp Simon Goletz spricht das Zerwürfnis an und erklärt, dass UBG und WGU seit dreieinhalb Jahren "zwei Paar Stiefel" sind. Außerdem nimmt Versammlungsleiter Christian Lotter gleich die Luft raus. Mit Blick auf die Überraschungsgäste sagt er: "Frage- und Rederecht haben nur UBG-Mitglieder und Kandidaten." Video- und Tonaufzeichnungen seien nicht erlaubt. "Ansonsten halten wir uns an die normalen Benimmregeln, dann kriegen wir das sauber über die Bühne."

Lotter stellt fest, dass 17 Stimmberechtigte anwesend sind, und Bürgermeisterkandidat Harald Kleiber stellt sich kurz vor. Der Kämmerer der VG Untersteinach verweist auf seine langjährige Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung und bezeichnet sich als konsequent, neutral und engagiert. Er bekommt alle 17 Stimmen.

Auch die Liste wird einstimmig abgesegnet. Gemeinderat, Kreisrat und UBG-Vorsitzender Philipp Simon Goletz kandidiert nur auf einem hinteren Platz. Unter den 13 Kandidaten, die teilweise dreifach und zweifach aufgeführt werden, sind sechs Frauen. Wie erwartet, tritt der Untersteinacher Grandseigneur der Freien Wähler, Alfred Vießmann, der 80 geworden ist, nicht mehr an.