Christiane reuther Das Thema Allianzbad stand im Mittelpunkt der Rätesitzung der "Lebensregion plus" am Donnerstagabend in der Dreiberg-Schule in Knetzgau. Die "Lebensregion plus" bilden die zehn Kommunen Eltmann, Sand, Rauhenebrach, Knetzgau, Oberaurach, Zeil, Ebelsbach, Stettfeld, Kirchlauter und Breitbrunn.

Doch bevor dieses und weitere wichtige Themen zum Tragen kamen, verwies der Rauhen-ebracher Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW), zugleich der Sprecher des interkommunalen Bündnisses "ILE Lebensregion plus", auf dessen Ziele. Nach zehn Jahren Wirken fand eine Bewertung der Arbeit statt und es wurden neue Ziele definiert, die in ein sogenanntes ILEK, ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept, mündeten. Dies sei der rote Faden für die künftige interkommunale Zusammenarbeit, sagte er. Ein Ausschnitt der umgesetzten und angestrebten Projekte wurde vorgetragen.

Sands Bürgermeister Bernhard Ruß erläuterte das Thema Allianzbad mit dem favorisierten Standort Eltmann. Er stellte die Situation mit der Schließung des Zeiler Hallenbades im Sommer vor. Mit dem Ausfall von Zeil fehlen Badkapazitäten im südlichen Landkreis für die Ausbildung zum Schwimmen.

Durch die Veränderung der Schullandschaften entwickelten sich laut Ruß Zentren, in denen sich die Städte Haßfurt und Ebern als Mittelzentren herauskristallisierten. "Die Stadt Haßfurt ist einer der Akteure, die ein Hallenbad bauen müssten", betonte Ruß. Um den ländlichen Raum zu stärken, sei es wichtig, nicht nur ein Schulschwimmbad, wie es Haßfurt mit der "Welle" hat, sondern ein Bad für die Öffentlichkeit zu bauen. So tat sich laut Ruß die Frage auf: Wer baut, in welchem Umfang und an welchem Standort? Da die Stadt Eltmann das eigene Freibad sanieren muss, sei dort der Bau eines Kombibades favorisiert worden. Die Stadt Eltmann sei nun federführend.

Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler wies darauf hin, dass bereits Gespräche mit Planungsbüros geführt wurden, deren Ergebnisse im nächsten Jahr vorliegen sollen. "Einfach wird es nicht", sagte Ziegler.

Der Knetzgauer Bürgermeister Stefan Paulus ging auf die Situation des Schulschwimmbades in Knetzgau ein. "Es müssen Zuschüsse vom Freistaat fließen", forderte Paulus. Seiner Meinung nach müssen mehr Akteure im Spiel sein.

Laut Landrat Wilhelm Schneider wurden bereits Gespräche mit der Stadt Haßfurt wegen einer Beteiligung geführt, aber ohne Erfolg. Schneider ist bereit, sich an weiteren Gesprächen zu beteiligen, sei es erneut mit der Stadt Haßfurt oder mit der Regierung.

Bei der Diskussion brachte der Oberauracher Gemeinderat Dieter Dümmler die Idee von einem Heilkurbad vor, um den Gesundheitsaspekt in den Mittelpunkt zu stellen. "Private Investoren mit ins Boot nehmen", schlug der Knetzgauer Gemeinderat Willi Fuß vor.

Für den Zeiler Stadtrat Harald Kuhn ist der favorisierte Standort Eltmann, den er als Randzentrum bezeichnet, nicht nachvollziehbar. Seiner Meinung nach müsste das Bad ins Zentrum rücken und in Haßfurt oder Zeil gebaut werden.

Nicht weniger wichtig war die Vorstellung des Projekts Maininformationszentrum - "MIZ 359", auf das Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus näher einging. Mit dem Projekt, das am Main in Knetzgau geplant ist, sollen bewusst die Identität des Erlebnisraumes Main und die Einzigartigkeit seiner Flusslandschaft ausgedrückt werden. Auch hier müsse der Freistaat Bayern mit ins Boot genommen werden, sagte er. Über 100 Akteure, darunter Städte und Kommunen, hätten bereits eine Resolution unterzeichnet, die dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder vorliegt.

Über das "Trekkingerlebnis Steigerwald" berichtete der Rauhenebracher Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Wofür seine Kommune federführend ist.

Übernachtungszahlen in Höhe von 1300 im laufenden Jahr sprächen für sich, sagte er. Spannende Erkundungstouren führen durch den Naturpark. Auf zehn Trekkingplätzen stehen Feuerstelle, Toilette und Lagerplatz zur Verfügung.

Breitbrunns Bürgermeisterin Gertrud Bühl ging auf das Projekt "Erlebniswelt Fränkischer Sandstein" in Breitbrunn ein, für das ihre Gemeinde die Regie hat. Es sei ein "Leuchtturmprojekt mittlerer Größe", um das Erbe der Väter zu bewahren, das eine lange Steinhauertradition mit sich bringt. Die Bürgermeisterin stellte das Konzept vor, das die zehn ILE-Gemeinden mittragen, auch finanziell. Es soll laut Bühl nicht nur die Geschichte des Sandsteins aufgearbeitet und dargestellt werden, sondern es soll gleichzeitig zur Vernetzung von Akteuren beitragen, die mit dem Sandstein kulturelle, touristische und auch wirtschaftliche Ziele verbinden.