Zum Bericht über die Klage des Bund Naturschutzes gegen den geplanten Radwegebau in Oberaurach (17. August 2018, Seite 9) erreichte uns folgender Leserbrief: Welch wunderbarer Schmetterling muss dieser helle bzw. dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling sein, der seit mittlerweile 25 Jahren den längst überfälligen Radwegebau zwischen Tretzendorf (T) und Unterschleichach (U) blockiert?

Gesehen hat ihn bei uns in Kirchaich noch niemand. Aber er ist mitten unter uns.

Und schenkt man dem Bund Naturschutz Glauben, dann befindet er sich genau entlang der Staatsstraße von T. nach U. auf der geplanten Radwegtrasse. Auf der gegenüberliegenden Seite war unser Bläuling beim Bau der biologisch sehr wertvollen Einlaufschneisen und der vielen Frosch-Tunnelunterführungen vor einigen Jahren offensichtlich kurzzeitig ausgewandert. Aber jetzt ist er wieder da - auf der anderen Straßenseite beim geplanten Radwegbau.

Offensichtlich wird vom Bund Naturschutz übersehen, dass wir uns mittlerweile verkehrstechnisch in einem anderen Zeitalter als vor 30 Jahren befinden.

Kolonnen von Freizeitradfahrern kommen von Priesendorf aus auf der linken Seite über den neu gebauten Radweg nach Kirchaich, trauen sich am Ortseingang - auch aufgrund fehlender Markierung - nicht die Straße zu überqueren und fahren dann auf dem linken innerörtlichen Gehweg munter durch Kirchaich (kein Witz!!!)

Und genau diese Radfahrer sollen dann - wenn es nach dem Willen des Bund Naturschutz geht - mit oftmals schmalen Reifen zwischen T. und U. auf einem teilweise Wald-Schotter-Stein-Weg ihre Fahrt fortsetzen. Dass dieser Schotterweg aus verkehrsrechtlicher Sicht überhaupt nicht als Geh- und Radweg ausgewiesen werden kann, ist bei einigen Mitbürgern wohl noch nicht angekommen.

Unser lieber Bläuling hat im gesamten Wiesengrund genügend Lebensraum. Ich freue mich schon auf eine erste Begegnung.

Wolfgang Thomann

Kirchaich