Bei der Mitgliederversammlung der Kreiszuchtgenossenschaft Kronach (KZG) im Rinderzuchtverband (RZV) und dem Milcherzeugerring (MER) Oberfranken im Gasthaus Diller in Glosberg standen die Auszeichnungen und Ehrungen der Betriebe mit bester Milchleistung im Mittelpunkt. Der Vorsitzende der KZG Kronach, Matthias Renner, nahm zusammen mit Zuchtleiter im RZV Oberfranken, Markus Schricker, die Ehrungen vor.

Den ersten Platz belegte der Fleckviehbetrieb von Michael Heyder aus Ebersdorf/Ludwigsstadt, dessen Durchschnittsleistung pro Kuh und Jahr bei 10 670 Kilogramm Milch mit 788,3 kg Fett und Eiweiß lag. Zweitbeste Herdenleistung gab es im Stall von Johannes Bergner Ebersdorf/L. mit 10 241 Kilogramm Milch und 778,1 kg Fett und Eiweiß. Es folgten: 3. Martin und Hofmann GbR, Glosberg 9963 Kilogramm Milch, 760 kg Fett und Eiweiß, 4. Wolfgang Grebner, Hesselbach 9512 Kilogramm Milch, 759,5 kg Fett und Eiweiß.

Eine Ausstellungsauszeichnung erhielten Stefan Redwitz, Burkersdorf, und André Hofmann, Burgstall. Als Referentin sprach Dr. Katharina Schierling (Geschäftsstellenleiterin, tierärztlicher Gesundheitsdienst Bayreuth) über Alternativen in der Euterbehandlung. Georg Holfelder entbot die Grüße des RZV Oberfranken und Georg Nützel informierte über Aktuelles vom Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung (LKV) in Bayern und vom MER Oberfranken.

Herausforderung Trockenheit

"Jetzt können wir einigermaßen wieder durchschnaufen", begann Kreisvorsitzender Renner seinen Rückblick und sein Resümee auf den "trockensten Sommer und Herbst, seit es Wetteraufzeichnungen gibt". Es zeigte sich auch große Solidarität der Landwirte beim Futteraustausch, Futterzukauf und bei der Futtereinteilung, was finanziellen, aber auch logistischen Aufwandes bedurfte. Leider sei die Tendenz der Anzahl der Betriebe rückläufig, derzeit zähle die KZG Kronach noch 63 Betriebe. Diese zeigten aber großartige Leistungen, welche größere Akzeptanz in der Bevölkerung verdient hätten. Leider werde aber die Landwirtschaft immer mehr infrage gestellt. "Wir haben alle eine solide und gute Ausbildung, sind stets in Fortbildung und arbeiten auf hohem Wissensstand, wir wissen, was wir tun", sagte Renner.

Der BBV-Kreisobmann und stellvertretende BBV-Präsident Oberfranken, Erwin Schwarz, kritisierte, dass in den Medien vorrangig negative Nachrichten für schlechtes Image in der Landewirtschaft und über Landwirte sorgen. Schaue man sich andere Skandale wie etwa die Diesellüge der Automobilindustrie an, seien Einzelfälle in der Landwirtschaft, wo schwarze Schafe auftauchen, relativ harmlos und würden in ganz Deutschland hochgespielt, als wären alle Landwirte verantwortungslos. Niemand produziere so transparent und gewissenhaft wie die Landwirte. Diese investierten sehr viel Geld in Stallneubauten, welche vor allem Verbesserungen und dem Tierwohl dienen. Doch auch hier kennt Schwarz etliche Fälle, wo Baugenehmigungen mit Argusaugen seitens der Behörden geprüft werden. Auch im Landkreis Kronach nannte er ein Beispiel, wo ein Landwirt seit vier Jahren um eine Baugenehmigung kämpfe.

Momentan gebe es noch 120 Milchviehhalter im Landkreis, vor über acht Jahren waren dies noch über 200 Milchviehbetriebe. Die Tendenz ist weiter sinkend. Laut Zuchtleiter Markus Schricker setzt sich das Betriebesterben fort. Im Landkreis Kronach seien noch 3704 Milchkühe bei insgesamt 120 Betrieben registriert. Auch die Rinderhaltung sei rückläufig, so registrieren die 63 Rinderhalter 2940 Kühe im Landkreis Kronach. eh