Sein Feriengepäck spricht Bände. Wo andere nie ohne ihren Regenschirm verreisen würden - man weiß ja nie, wie das Wetter wird -, wird man Attila Vural auch im Urlaub nie ohne seine Gitarre antreffen: Man weiß ja nie, welche Melodie einem über den Weg läuft.
So klingt denn auch seine Musik wie ein großer Koffer voller Ferienerinnerungen - doch es sind keine hippen Städtekurztrips oder mondscheinschwangeren Segeltörns, die der 1972 geborene Züricher Gitarrist mit seinen Tönen nachzeichnet. Vielmehr sind es Reisen der offenen Ohren und der suchenden Augen, auf denen sich der Musiker inspirieren lässt von südamerikanisch angehauchten Rhythmen, dem Jazz entlehnten Tonfolgen und Motiven, sowie erdverbunden poppigen Melodien. Davon können sich die Besucher am Samstag, 7. April, ab 21 Uhr im Gasthof "Zur Linde" in Unnersdorf überzeugen.
Vural gilt derzeit in Kritikerkreisen und unter Fans als einer der besten Gitarristen weltweit. Auf vielumjubelten Gastspielen dies- und jenseits des großen Teichs stellte er sein Können eindrucksvoll unter Beweis. Seine Stücke, die sich keinem bestimmten Genre zuordnen lassen, entstehen im stillen Kämmerlein. "Beim Herumspielen in meinem Proberaum tüftle ich so allerhand extravagante, unorthodoxe Stücke aus. Meine Musik hat weder ein Etikett, noch einen Namen", schreibt er auf seiner Internetseite. Die Antriebsfeder für seinen kreativen Forscherdrang liefert er gleich mit: "Die Suche nach anderen Spielweisen ist für mich selbstverständlich und macht die Gitarre als Instrument noch spannender für mich."
Vural nennt eine ungewöhnliche akustische Gitarre, die für ihn Percussion- und Melodieinstrument in einem ist, sein eigen. Bei Konzerten sorgt sie im Publikum für offene Münder, staunende Gesichter und zufriedene Fans: Die Rede ist von der vierzehnsaitigen, aus zwei Hälsen bestehenden Gitarre, die ihm der Gitarrenbauer Mitgel Noldin auf den Leib geschneidert hatte. Herausgekommen ist eine Dobromandola, eine Kreuzung aus klassischer Dobrogitarre und exotischer Mandoline. Zwischen der ungewöhnlich warmen Dobrogitarre und der an eine indische Sitar erinnernden Mandoline entsteht eine breite Palette von Klangfarben.