Die Jagdgenossenschaft Steinberg kam 2017 wieder in vielen Bereichen ihren Aufgaben nach. Sorgen bereiten nach wie vor zahlreiche Vier-, aber auch manche Zweibeiner. Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus "Zum Frack" waren 30 Jagdgenossen anwesend, die eine Fläche von 175,44 Hektar bewirtschaften.
Zweiter Jagdvorsteher Baptist Vetter verlas den Jahresbericht von Jagdvorsteher Michael Fischer. Dieser ging darin auf aktuelle Entwicklungen in der Jagdgenossenschaft Steinberg, aufgeteilt in die Reviere Steinberg Süd und Nord, ein. Zudem gab er einen Überblick über erfolgte sowie anstehende Wegebau- und Instandhaltungsmaßnahmen.
Im Revier sei vieles in Bewegung: Vermehrt erblicke man quer durch die Anpflanzung düsende Motocross-Fahrer. Mountainbiker seien wie aus dem Nichts auf einmal da - nicht zu vergessen Wanderer, Walker und Jogger sowie vermummte Paintball-Spieler, von denen man meine, Außerirdische seien gelandet.
Geocaching sei eine neue Art der Freizeitbeschäftigung. Auch zwei Schatzsuchern mit Metall-Detektoren sei Fischer begegnet. "Die eifrigsten im Revier sind allerdings die Wildschweine - und ihre nächtlichen Grabungsarbeiten sind beachtlich", prangerte er an. Aufgrund des erschreckenden Ausmaßes an Schäden könne er verstehen, wenn mancher Landwirt ungehalten reagiere.


Appell: Miteinander sprechen

Dennoch könne man nur über das Gespräch gemeinsame Lösungen finden. "Es ist unsere Pflicht, diese Schäden zu beseitigen oder zu regulieren. Deshalb werden Wildschäden mit Priorität Eins abgearbeitet", versicherte er. Ansprechpartner sei die Jagdgenossenschaft, auch wenn man Wildschäden mit 50 Prozent an die Jäger weitergegeben habe. Am Biertisch höre man oft "schießen, schießen, schießen!" Man brauche sich mit den Abschüssen im Revier in Steinberg nicht zu verstecken. "Es müssen aber bestimmte Bedingungen erfüllt sein, um ein Tier weidgerecht zu erlegen. Deshalb haben wir Jäger und keine Cowboys!", stellte er klar.
Angemeldete Wildschäden müssten beglichen werden. Reiche das Geld nicht, müsse man die Jagdgenossen anteilig zur Tilgung der Kosten heranziehen. Ihm stelle sich die Frage: "Wie viel Mensch und Tier verträgt oder besser erträgt die Natur noch?"
2017 ließ man den Bugweg mit dem Flötzinger Schild abziehen. In diesem feuchten Bereich wurde etwas Schotter angefahren, um den Weg zumindest halbwegs befahrbar zu machen. Der Weg vom Trebesberg in die Trebes hätte 2017 noch durchgefahren werden sollen, was allerdings aufgrund Maschinenmangels nicht mehr durchgeführt wurde. Im Moment sei der Weg in einem desolaten Zustand. Der aufgefahrene Schotter sei weg. Die Sanierung des Wegs sprenge das Budget. Hier wende man sich hilfesuchend an die Gemeinde. Unbedingt abzuarbeiten sei der Wasserdurchlauf am Bugweg.
Heuer stehe wieder das forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung an. Steinberg Nord habe eine jagdbare Fläche von 360,8635 Hektar, Süd von 255,7373 Hektar - zusammen 616,5965 Hektar. Heike Schülein