Seit dem 1. November hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kulmbach einen neuen Leiter: Forstdirektor Michael Schmidt wurde jetzt ganz offiziell im Zeughaussaal der Kronacher Festung Rosenberg in seinem Amt begrüßt. Verabschiedet wurde Landwirtschaftsdirektor Guido Winter.

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ..." - der neue Behördenleiter sprach in seiner Antrittsrede von neuen Herausforderungen, bei denen man vieles anstoßen könne, um dabei Ideen und Impulse freizusetzen. Dabei habe er auch keine Angst vor Fehlern - oder um es mit seinen Worten zu sagen: "Der Schmidt hat keine Angst, Fehler zu machen." Hindernisse seien für ihn da, um aus dem Weg geräumt zu werden. Dabei schade auch eine kurze Standortanalyse nicht: "Wo stehen wir jetzt und wo wollen wir hin?" Das seien die Fragen, die man sich stellen müsse.

Mitgestalten und Voranschreiten will der Ehemann und Vater einer kleinen Tochter. Und er möchte künftig vor allem mehr planerisch und konzeptionell arbeiten. "Es muss uns gelingen, Fakten gut rüberzubringen, und das geht nur durch persönlichen Kontakt." Geplant seien unter anderem P- und W-Seminare mit Gymnasien in Kulmbach und Kronach, damit man die Jugendlichen an das Thema heranführen könne. "Man darf nie in seiner angestammten Ecke verharren", schloss er seine Antrittsrede.

Sein Vorgänger, Guido Winter, wechselte an die Landesanstalt für Landwirtschaft und übernahm die Leitung des Kompetenzzentrums für Ernährung in Kulmbach. "Ich fühle mich in Franken eben wohl", erzählte er. "Das merkt man schon daran, dass ich nacheinander zwei Fränkinnen geheiratet habe." Winter sprach von kurzweiligen zwölf Jahren als Behördenleiter. "Aber ich wollte einen Wechsel zu meiner eigenen Entscheidung machen."

Stürmische Zeiten seien es gewesen - und das im wahrsten Sinne des Wortes. "Wirbelstürme, Nationalpark-Diskussion, Borkenkäfer, erneuerbare Energien, all das waren Themen, denen wir uns stellen mussten. Vor allem die Ökothemen haben aber in den letzten Jahren stark zugenommen. Es gab immer eine Zeit des Wandels und eine Zeit der Anpassung. Das Amt des Behördenleiters wurde sehr politisch."

Diskussion suchen

Den Landwirten empfahl Winter, sie sollten weiter die Diskussion suchen und auf Kommunikation setzen. Sein Blick zurück sei voller Dankbarkeit, Demut und Wehmut.

Ministerialdirigent Wolfram Schöhl fand es bemerkenswert, dass die Feier in Kronach und nicht in Kulmbach stattfand. "Damit drücken wir aus, dass unser Amt auch für Kronach zuständig ist." Und hier kam er schon ins Schwärmen: "Es gibt in jedem Dorf ein anderes Bier und so viele regionale Köstlichkeiten."

Er ging auch auf grundlegende Themen ein: "Wir stehen vor einer Zeitenwende. Man spürt in der Gesellschaft eine Wahrnehmung zum Arten- und Klimaschutz. Auch die Ernährungsbildung bekommt zunehmende Bedeutung. Digitalisierung wird der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unserer Wirtschaft. Düngeverordnung, Tierwohl, Gewässerschutz und Biodiversität bleiben ganz oben auf der Agenda."

Auf Klimawandel einstellen

Schöhl sprach auch über eine deutliche Anhebung von Fördermitteln, gerade im Bezug auf die Zusammenschlüsse für flächendeckende Waldpflege: "Wir halten fest am Grundsatz: Wald vor Wild." Die jüngsten Dürreschäden seien eine große Herausforderung für die bayerischen Waldbesitzer. Eine 2017 beschlossene "Waldumbauoffensive 2030" gelte als weitsichtige Antwort auf den Klimawandel. Anschließend ging er die strukturellen Probleme in den Landkreisen Kulmbach und Kronach ein. Hoffnungsträger seien die von der Staatsregierung entweder zugesagten oder in Aussicht gestellten Hochschuleinrichtungen."

Innovation und Aufbruch

Michael Schmidt nannte er einen Überflieger und versicherte ihm: "Sie werden ihre Aufgaben hochprofessionell anpacken. Das geschieht auch dank ihrer offenen Kommunikation und der ausgeprägten Fähigkeit zu lösungsorientierten Kooperationen."

Der Kronacher Landrat Klaus Löffler freute sich über ein herausragendes Miteinander zwischen den Landkreisen. "Wir verstehen etwas von Innovation und Aufbruch."

Kulmbachs zweiter Bürgermeister Ralf Hartnack meinte: "Nachhaltigkeit ist ein uralter Begriff. Er kommt aus der Forstwirtschaft und wurde dort immer gelebt."

Stadtsteinachs Bürgermeister Roland Wolfrum freute sich, dass "ein Stanicher" die Leitung übernommen habe, denn: "In diesem Amt braucht man Kompetenz."