Seit dem 1. November 2019 hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kulmbach einen neuen Behördenleiter: Forstdirektor Michael Schmidt wurde jetzt ganz offiziell im Zeughaussaal der Kronacher Festung Rosenberg in seinem Amt begrüßt. Verabschiedet wurde Landwirtschaftsdirektor Guido Winter.

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ..." - der neue Behördenleiter sprach in seiner Antrittsrede von neuen Herausforderungen, bei denen man vieles anstoßen könne, um dabei Ideen und Impulse freizusetzen. Dabei habe er auch keine Angst vor Fehlern - oder um es mit seinen Worten zu sagen: "Der Schmidt hat keine Angst, Fehler zu machen." Hindernisse seien für ihn da, um aus dem Weg geräumt zu werden. Dabei schade auch eine kurze Standortanalyse nicht: "Wo stehen wir jetzt und wo wollen wir hin?" Das seien die Fragen, die man sich stellen müsse.

Mitgestalten und voranschreiten will der Ehemann und Vater einer kleinen Tochter. Und er möchte künftig vor allem mehr planerisch und konzeptionell arbeiten. "Es muss uns gelingen, Fakten gut rüberzubringen, und das geht nur durch persönlichen Kontakt." Geplant seien unter anderem mit Gymnasien in Kulmbach und Kronach P- und W-Seminare, damit man die Jugendlichen an das Thema heranführen könne. "Man darf nie in seiner angestammten Ecke verharren", schloss er seine Antrittsrede.

Sein Vorgänger Guido Winter wechselte an die Landesanstalt für Landwirtschaft und übernahm die Leitung des Kompetenzzentrums für Ernährung in Kulmbach. "Ich fühle mich in Franken eben wohl", erzählte er. "Das merkt man schon daran, dass ich nacheinander zwei Fränkinnen geheiratet habe." Winter sprach von kurzweiligen zwölf Jahren als Behördenleiter. "Aber ich wollte einen Wechsel zu meiner eigenen Entscheidung machen."

Stürmische Zeiten seien es gewesen - und das im wahrsten Sinne des Wortes. "Wirbelstürme, Nationalpark-Diskussion, Borkenkäfer, erneuerbare Energien, all das waren Themen, denen wir uns stellen mussten. Vor allem die Ökothemen haben aber in den letzten Jahren stark zugenommen. Es gab immer eine Zeit des Wandels und eine Zeit der Anpassung. Das Amt des Behördenleiters wurde sehr politisch."

Diskussion suchen

Den Landwirten empfahl Winter, sie sollten weiter die Diskussion suchen und auf Kommunikation setzen. Sein Blick zurück sei voller Dankbarkeit, Demut und Wehmut.

Das erste Mal in Kronach war Ministerialdirigent Wolfram Schöhl. Er kam aus München angereist und übernahm in der Kreisstadt die Vertretung von Hubert Bittlmayer.

Bemerkenswert fand er vor allem, dass die Feier in Kronach und nicht in Kulmbach stattfand. "Damit drücken wir aus, dass unser Amt auch für Kronach zuständig ist." Und hier kam er schon ins Schwärmen: "Es gibt in jedem Dorf ein anderes Bier und so viele regionale Köstlichkeiten."

Er ging auch auf grundlegende Themen ein: "Wir stehen vor einer Zeitenwende. Man spürt in der Gesellschaft eine Wahrnehmung zum Arten- und Klimaschutz. Auch die Ernährungsbildung bekommt zunehmende Bedeutung. Digitalisierung wird der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unserer Wirtschaft. Düngeverordnung, Tierwohl, Gewässerschutz und Biodiversität bleiben ganz oben auf der Agenda."

Auf Klimawandel einstellen

Schöhl sprach auch über eine deutliche Anhebung von Fördermitteln, gerade im Bezug auf die Zusammenschlüsse für flächendeckende Waldpflege: "Wir halten fest am Grundsatz: Wald vor Wild." Die jüngsten Dürreschäden seien eine große Herausforderung für die bayerischen Waldbesitzer. Eine 2017 beschlossene "Waldumbauoffensive 2030" gelte als weitsichtige Antwort auf den Klimawandel.

Anschließend ging er auf die aktuelle Situation im Amtsbereich des AELF ein: "Die Landkreise Kulmbach und Kronach haben massiv mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Die Land- und Forstwirtschaft, Holz- und Ernährungsindustrie bilden das wirtschaftliche Rückgrat in der Region. Hoffnungsträger in beiden Landkreisen sind die von der Staatsregierung entweder zugesagten oder in Aussicht gestellten Hochschuleinrichtungen."

Die Verabschiedung von Guido Winter bezeichnete er treffsicher als "sich vom Acker machen". Das Amt habe dieser immer souverän und engagiert geführt.

Innovation und Aufbruch

Michael Schmidt nannte er einen Überflieger und versicherte ihm: "Ich weiß, dass Sie diese neue Herausforderung sehr gerne annehmen. Sie werden Ihre Aufgaben hochprofessionell anpacken. Das geschieht auch dank Ihrer offenen Kommunikation und der ausgeprägten Fähigkeit zu lösungsorientierten Kooperationen."

Landrat Klaus Löffler (CSU) freute sich über ein menschliches, herausragendes Miteinander zwischen den Landkreisen. "Wir verstehen etwas von Innovation und Aufbruch", zeigte er sich selbstbewusst und bezeichnete den Wald als Herausforderung, bei der man gespannt sein dürfe, wie sie weitergehe. Besonders betonte er in diesem Zusammenhang den Dreiklang von Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Kronachs Dritter Bürgermeister Markus Wich (CSU) sah es ebenfalls als ein deutliches Signal, dass die Übergabe in Kronach stattfand. Er appellierte an den neuen Behördenleiter: "Stärken Sie mit uns diese kleine Außenstelle."