54 Landwirte aus den Landkreisen Bayreuth, Hof, Kulmbach und Wunsiedel haben bei der Freisprechungsfeier in Himmelkron ihre Zeugnisse und Urkunden erhalten. 36 von ihnen haben die reguläre duale Ausbildung, also eine dreijährige Lehre absolviert, 18 waren über das "Bildungsprogramm für Landwirte" (Bila) zur Prüfung zugelassen worden.

Letztere gelten als klassische Seiteneinsteiger, haben bereits eine Berufsausbildung und mussten vorher eine Praxiszeit ableisten. Sie haben zwei Winterhalbjahre lang jeweils zweimal pro Woche die Schule besucht und mussten am Ende die gleiche Prüfung ablegen wie die regulären Azubis.

Unter anderem waren diesmal ein Anlagenmechaniker, mehrere Kfz- und Konstruktionsmechatroniker, ein Maschinenbau- und ein Fahrzeugtechnikingenieur, ein Schornsteinfeger und sogar ein ausgebildeter Kirchenmusiker unter den erfolgreichen Absolventen.

Damit hätten 92 Prozent aller Teilnehmer bestanden, sagte der neue Prüfungsausschussvorsitzende Alexander Wölfel aus Kulmbach. Den Notendurchschnitt aller Absolventen, die bestanden haben, bezifferte er auf 2,54.

Prüfungsbeste aus dem Raum Hof

Gleichzeitig habe es aber auch noch nie zuvor so viele erfolgreiche Teilnehmer mit einer Eins vor dem Komma gegeben. Prüfungsbeste waren Johannes Maryniak (Helmbrechts) und Kilian Lang (Hallerstein), beide aus dem Landkreis Hof und beide mit der Note 1,24.

Eine gute Ausbildung nannte der stellvertretende Leiter des federführenden Amts für Landwirtschaft Bayreuth, Georg Dumpert, die wesentliche Grundlage, um die Herausforderungen des künftigen beruflichen Alltags zu meistern. "Und diese Herausforderungen werden bestimmt nicht weniger."

Jeder siebte Arbeitsplatz

Landwirt sei kein einfacher Beruf, aber ein einmaliger, so Rudi Steuer, Vorsitzender des Verbands landwirtschaftlicher Meister und Ausbilder (VLM) in Oberfranken. Landwirte erzeugten nicht mehr nur Nahrungsmittel, sondern durch die Gelder aus der gemeinsamen Agrarpolitik seien sie auch dazu verpflichtet, für den Tier- und Naturschutz und das Erreichen der Klimaziele zu sorgen.

Steuer gab schließlich auch zu bedenken, dass bayernweit jeder siebte Arbeitsplatz mit der Landwirtschaft zusammenhänge. Jeder denke an Autos und Maschinenbau, wenn von Bayern als Wirtschaftsmacht die Rede sei. Doch auch die Landwirtschaft gehöre dazu, zumal die von den Bauern gepflegte Kulturlandschaft den Freistaat so einmalig macht.

Für die Prüfungen seien heuer 110 ehrenamtliche Prüfer unterwegs gewesen, sagte der Ausschussvorsitzende Wölfel. Eine praktische Prüfung dauere im Schnitt immerhin zweieinhalb Stunden. Einige der Prüfer, die viele Jahre, teils Jahrzehnte mitgewirkt hatten, sind diesmal ausgeschieden, sie wurden deshalb besonders geehrt.

Langjährige Prüfer

Dies waren Herbert Just (Bayreuth), Thomas Kleiner (Gattendorf), Günter Martin (Rehau), Horst Reichel (Kirchenlamitz), Rudolf Scholz (Rehau), Dietmar Wehrfritz (Eggenreuth), Hans Weidinger (Betzenstein). Stephan Herbert Fuchs