50 Jahre nach seiner Gründung ziehen philippinische Schwestern in das Karmelitinnenkloster in Erlangen-Büchenbach ein. Weil seit einem Jahr nur noch eine deutschsprachige Schwester im Karmel lebte, war die Existenz des Klosters "Zur heiligsten Dreifaltigkeit" gefährdet, heißt es in einer Pressemitteilung des Erzbistums. Philippinische Karmelitinnen entschlossen sich, das Kloster weiterzuführen. Erzbischof Ludwig Schick sagte am Sonntag beim Einführungsgottesdienst der neuen Schwestern: "Wir sind sehr dankbar, dass durch Sie das karmelitische Leben hier in Erlangen-Büchenbach weitergeht."

Das karmelitische Leben, so Erzbischof Schick, sei ein wichtiges Zeugnis für die Welt, die oft so gottfern und sogar gottlos erscheine. "Gott ist Einheit und Liebe in unserer Welt, die von so vielen zentrifugalen Kräften heimgesucht wird, in den Familien, in den Kommunen, in unserer Kirche, im Staat, in der EU, in der Weltgemeinschaft." Gott zu suchen, der die Menschen in Gerechtigkeit und Frieden, Solidarität und Liebe zusammenhält, sei lebensnotwendig für die Zukunft, so Schick. Stellvertretend für die Menschen heute suche der Karmel Gott, finde ihn in Jesus Christus, bekenne und verehre ihn im Heiligen Geist. Der Karmel und die Schwestern, die in Abgeschiedenheit darin lebten, seien ein missionarisches Zeichen und Werkzeug der Kirche.

Gründung in Schlüsselau

Das Leben im Karmel werde künftig anders sein als bisher, sagte der Erzbischof. Aber auch in der Vergangenheit habe es immer wieder Wandel gegeben. Das Karmelitinnenkloster "Dreifaltigkeit" wurde 1949 von sieben niederländischen Schwestern in Schlüsselau gegründet. 1969 wurde der Karmel nach Erlangen verlegt. Das schlichte Kloster liegt seitdem im Westen der Stadt, wo die Schwestern ihren Lebensunterhalt mit einer Hostienbäckerei verdienten. red