"Das Feuerwehrfahrzeug ist in einem nahezu fabrikneuem Zustand." Der Gerätewart der Feuerwehr Gehülz, Dirk Elsässer, genoss diesen Satz bei der Hauptversammlung. Viele Jahre musste er über Probleme mit dem Gehülzer Feuerwehrfahrzeug berichten, diesmal genoss er seinen Bericht sichtlich. Er könne es noch gar nicht fassen, dass im Feuerwehrhaus ein neues Feuerwehrfahrzeug stehe.

Die Feuerwehr Gehülz besitzt nicht nur ein neues Feuerwehrfahrzeug. Das Feuerwehrhaus wurde erneuert und erweitert. Am 5. Mai werden das neue Fahrzeug und das renovierte Feuerwehrhaus feierlich eingeweiht. Ab 14 Uhr wird das Fest mit Kaffee und Kuchen beginnen.

Das neue Feuerwehrfahrzeug hat ein neues Notstromaggregat und war schon im Einsatz: "Wir hatten mit dem neuen Feuerwehrfahrzeug bereits vier Einsätze", musste Dirk Elsässer berichten. "Üben, üben und nochmals üben" laute jetzt die Devise, um mit dem neuen Fahrzeug im Einsatz bestens umgehen zu können.

Der Verein hatte zum Jahreswechsel 204 Mitglieder, davon 37 Ehrenmitglieder, berichtete Vorsitzender Ulrich Kreutzer. Drei Jugendliche engagieren sich. Erfreulich war der Rückblick. Beim Feuerwehrhaus ist einiges geschehen. Dabei packten die Wehrleute kräftig selbst mit an. Die Türen und das Tor wurden ausgebaut, die Feuerwehrhalle ausgeräumt. Die Baufirmen rissen den Schlauchturm ein. Die Mauer zwischen Werkstatt und Halle wurde abgetragen. Zwei Stahlträger wurden eingezogen und der Umkleideraum angebaut. Schließlich wurden Kabelschächte angebracht und die Halle gestrichen.

Im November wurde der Schulungsraum renoviert. Das Schlachtfest war gut besucht, das Oktoberfest war wieder ein voller Erfolg. Groß war die Freude, als kurz vor Weihnachten das neue Feuerwehrauto in Görlitz abgeholt wurde. Es war interessant zu sehen, wie dort Feuerwehrfahrzeuge aufgebaut werden. Sechs Mitglieder der Gehülzer Wehr und zwei Vertreter der Stadt Kronach waren nach Görlitz gefahren. Ulrich Kreutzer lud schon jetzt zur Einweihung am 5. Mai ein.

Demnächst steht am 16. März wieder das Schlachtfest ab 11 Uhr am Feuerwehrhaus an. Das Oktoberfest ist für den 19. Oktober geplant. Abschließend dankte der Vorsitzende der Stadt Kronach mit Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und allen, die sich für die Gehülzer Wehr engagierten.

Kassierer Günter Vorndran - er war auch Bauleiter beim Umbau des Feuerwehrhauses - berichtete von den finanziellen Bewegungen. Dabei zeigte er sich gerade für die Spenden und die Einnahmen bei den Festen dankbar. 472 Stunden wurden bislang durch die Wehrleute beim Umbau des Feuerwehrhauses eingebracht. 2500 Euro wurden aus eigenen Mitteln investiert. Einige Restarbeiten sind noch zu erledigen.

Die Feuerwehr hat 30 aktive Feuerwehrdienstleistende, darunter fünf Frauen, berichtete Kommandant Tobias Vorndran. In der aktiven Wehr begrüßt wurden neu Björn Schübel, Tobias Geiger und Barbara Zwosta. Julia Friedrich und Peter Lindlein sind neue Gruppenführer und wurden zum Löschmeister ernannt. Heuer soll auch wieder eine Aktion zum Werben neuer Mitglieder gestartet werden.

1147 Stunden Feuerwehrdienst wurden bei Übungen und Einsätzen geleistet. 103 Stunden sind der durchschnittliche Dienst jedes einzelnen Aktiven. Gerade mit dem neuen Fahrzeug muss viel geübt werden, damit im Einsatz wieder jeder Handgriff sitzt. Es gab vier Sicherheitswachen und zwölf technische Hilfeleistungen. An einem Starkregentag gab es allein sechs Einsätze. Es gab einen Brandeinsatz bei der JVA in Kronach und etliche Fortbildungen. Gemeinsam mit der Feuerwehr Weißenbrunn wurde die Leistungsprüfung im Löscheinsatz abgelegt.

Die Jugend nahm gemeinsam mit Weißenbrunn am Kreisleistungsmarsch teil. 2018 soll mindestens ein Maschinist zum Landkreiskurs geschickt werden. Die Übungen waren sehr gut besucht, durchschnittlich waren immer 20 Wehrleute dabei. Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe der Stadt, betonte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. In den letzten Jahren sei im Stadtrat gemeinsam ein Weg gefunden worden, damit die Stadt wieder handlungsfähig geworden ist.

Erfreulich sei der Aufwind, der hier in Gehülz zu spüren sei. Die Feuerwehr stehe auch für das gesellschaftliche Leben im Stadtteil. "Die Bilanz ist sehr gut." Es sei keine Selbstverständlichkeit, bei der Feuerwehr zu sein und immer für die Mitmenschen bereit zu sein, gleich an welchem Tag. "Es geht nur gemeinsam", dankte er für die hohe Eigenleistung beim Umbau des Feuerwehrhauses.

"Wir sind wirklich froh, unsere örtliche Feuerwehr zu haben", lobte Stadtrat Hans Simon. Die örtlichen Feuerwehren seien sehr nötig, das zeige sich immer wieder. 2018 sei ein besonders gutes Jahr für die Feuerwehr Gehülz gewesen.

Für 70-jährige Mitgliedschaft wurden Heinrich Gäßlein und Hans Simon gewürdigt, für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Hans Möckel und Albert Wich gedankt. rg