55 kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen sieht der Projektkatalog für die Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek) für das nun erweiterte Sanierungsgebiet im Kernort von Gößweinstein vor.
Sylvia Auerswald und Roland Wölfel vom Forchheimer Büro Cima (Kompetenzzentrum für Stadtentwicklung) stellten das Konzept in der Marktgemeinderatssitzung vor.
Wie die Planerin Auerswald erklärte, sei das neue Konzept ein Hilfsmittel zur vorausschauenden Planung, mit dem man handeln könne anstatt nur reagieren zu müssen. Ohne ein solches Konzept gäbe es auch keine Fördermittel des Staates mehr.
Leitprojekte sind unter anderem die Schaffung von Angeboten für Jugendliche, die Unterstützung der Vereine bei der Jugendarbeit und die Stärkung der Kooperation mit der Schule. Ein Jugendraum könnte zum Beispiel im "Haus des Gastes" eingerichtet werden, sobald die Verwaltung in das Pfarrhaus umgezogen ist. Auch der Jugendpfleger, der noch nicht gefunden werden konnte, soll sein Büro dort bekommen.


Herberge im alten Rathaus?

Ein weiteres kurz- bis mittelfristiges Leitprojekt ist die Öffnung und Nutzung des Pfarrgartens für die Öffentlichkeit. Aus dem "Haus des Gastes" könnte nach Verlegung der Tourist-Info in das Pfarrhaus auch ein Haus der Vereine werden. Und im alten Rathaus könnte ein Hostel (Herberge) entstehen.
Die Ideen und Möglichkeiten sind vielfältig, werden sich aber immer nach dem finanziellen Spielraum des Marktes richten müssen. Daher ist das Konzept auch auf 15 Jahre ausgelegt. Zu den konkreten Bauprojekten zählen auch drei sogenannte Empfangsstationen für Gäste am Höhenschwimmbad, beim Friedhof und dem Hofacker.
Es stehen aber auch Maßnahmen im Katalog, die lediglich organisatorischer Natur sind. Dies sind zum Beispiel die Schaffung von Familienangeboten, die Optimierung der Randzeitbetreuung in den Kindertagesstätten, der Aufbau eines Pools von "Leih-Omas und -Opas" für berufstätige Eltern, die Zusammenarbeit der Schule mit den Gewerbetreibenden oder die Umbenennung der Mittelschule, um einen regionalen Bezug zu den Nachbargemeinden herstellen zu können.
Kurzfristig umgesetzt werden sollen ein professionelles Projektmanagement und die Etablierung einer Sanierungsberatung durch einen Fachberater für sanierungswillige Eigentümer im Sanierungsgebiet. Außerdem soll es eine interkommunale Gestaltungsfibel und ein kommunales Förderprogramm geben.


Aufwertung der Plätze und Burg

Die Aufwertung der innerörtlichen Plätze steht mittel- bis langfristig auf der Agenda. Dies gilt auch für die Sanierung der in Privatbesitz befindlichen Burg, die Aufwertung des Scheunenviertels, der Balthasar-Neumann-Straße und der Querverbindung vom Hallenbad bis zum Friedhof. Aus dem Parkplatz und der dahinterliegenden Wiese am Friedhof soll ein Multifunktionsplatz werden, auf dem auch Veranstaltungen wie das Barockfest oder die Jahrmärkte abgehalten werden können. Ebenso soll hier ein Wohnmobilstellplatz entstehen.
Gedacht ist auch an ein Blockheizkraftwerk bei der Schule, das auch die neue Turnhalle und Privathäuser in der Viktor-von-Scheffel-Straße bis in den Ortskern beheizen könnte. Als wichtig angesehen wird auch ein neues Beschilderungssystem sowohl für die Parkplätze als auch für die Sehenswürdigkeiten.
Neue Wohnungen sollen außerdem auf dem Areal des Hallenbades entstehen, weitere Bauplätze entlang der Behringersmühler Straße. Bei der Sanierung der öffentlichen Toilette neben der Basilika ist Barrierefreiheit wichtig.