Am 28. November wurde das Industriedenkmal der Alten Seilerei auf dem ehemaligen Schaeffler-Gelände seiner neuen Bestimmung übergeben. Teilweise. So ganz fertig wurde der neue Inhaber mit der Innenausstattung bis Ende November nicht, und das Drum- herum wird ja auch noch von schwerem Gerät dominiert.
Immerhin - seit diesem ersten Eröffnungstermin versuchen bekanntlich zwei Pinguine, die zauberhafte Susanna Bauernfeind und der beharrliche, aber doch etwas tollpatschige Benjamin Bochmann, Tag für Tag, und Tag für Tag vergebens, einen Käsekuchen zu backen. Aber dabei soll es nicht bleiben. Immer nur Käsekuchen backen, das wäre ja langweilig und kon-traproduktiv. Und weder das eine noch das andere Attribut trifft auf die zwar Kind gebliebenen, aber gleichwohl kühl-pragmatischen Macher von Chapeau Claque zu. Es wird deshalb folgerichtig eine zweite Eröffnungsparty geben. Am 16. Januar 2016, gar nicht so weit entfernt von heute. Eigentlich verdammt nah. Alles öffentlich. Jeder darf kommen, die üblichen Verdächtigen natürlich auch. Aber bis dahin ist die Gastronomie fertig (und manches andere auch noch). Das verspricht kulinarische Genüsse, gehaltvolle Getränke, wenn man denn will und darf, aber es gibt auch Genüsse ganz anderer Art - bereits heute Abend ist Patrick L. Schmitz zu Gast, begleitet von Franz Tröger. "A Christmas Carol", Charles Dickens einmal verschmitzt. Die szenische Lesung mit Musik beginnt um 20 Uhr. Nur zwei Tage später, am 20. Dezember, steht der "Swingin Nutcracker" auf der Bühne. Musik: das Blue Train Orchestra unter der Leitung von Sebastian Strempel. Es liest der Schauspieler Andreas Ulich. Beginn ist um 19 Uhr.
Chapeau hat sich als Kulturträger die Pole-Position erarbeitet und startet durch. Und es wird ohne Frage ein Start-Ziel-Sieg. Dafür sorgen auch die Schwarzen, FSJler, Bufdis, Azubis, Verwaltungsleute und Ein-Euro-Männer. Und viele andere mehr. Am 12./13. Januar "Teatro in Cerca", und am 22. und 23. Januar "ArtEast", eine studentische, slavisch geprägte Theatergruppe der Universität. "Das Märchen vom tapferen Schützen Fedot", ob in deutscher oder russischer Sprache stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Fest steht allerdings, dass der alte, selbstsüchtige Zar ein Auge auf die junge, hübsche Frau seines treuen Schützen geworfen hat. Schau'n wir mal wie das endet.
Very british wird's dann auch noch, mit "The English Drums Group" am 26., 27. und 29. Januar. Die Queen wäre sicher absolut amused.
"... nutzt gar nichts, es ist Liebe (Reclam 2005), sagt Wiglaf Droste. Und das tut er auch, begleitet von Ralph Schüller, bei seiner Faschingslesung in der Alten Seilerei am 8. Februar. Wiglaf Droste - "ein genialer Journalist, der auch gut dichten kann, jedenfalls nicht schlechter als Erich Kästner (Die Zeit)." Und Schüller zaubert dazu traumhafte Welt- und Sonnenuntergänge.
Chapeau zaubert auch. Faschings-Dschungelwelten am 6. Februar für alle 6- bis 10-jährigen Moglis, Monsterwelten für 8- bis 12-Jährige, und Fantasiewelten am 8. für Teenies so ab 10 und ungefähr bis 14. Das alles jeweils von 14 bis 17 Uhr.
Wir sind alt, und ihr seid jung - aber was kann das schon bedeuten?
Da war noch was. Der Poetry-Jazz-Slam am 5. März mit Christian Ritter und seiner Jazz-Combo. Tickets für alle Veranstaltungen gibt es beim BVD, weitere Infos auf der Homepage der Alten Seilerei. Dieter Grams