TRABELSDORF. 120 Jahre Brauerei Beck in Trabelsdorf - das will natürlich gefeiert werden. Von Freitag, 19., bis Sonntag, 21. Juni, lädt Familie Beck auf dem Gelände der Brauerei und dem benachbarten Brau-Gasthof dazu ein, dieses Ereignis gebührend zu begehen. Dabei soll auch die hohe Kunst des Brauens selbst nähergebracht werden: Bei Live-Bierbrauen und Fass-Pichen vermitteln die Profis allen Interessierten ein Gefühl für die Herstellung von Bier. Beim Fass-Pichen wurde traditionell das Innere von Holzfässern mit Pech ausgekleidet, um zu verhindern, dass das Holz das Bier aufsaugt und Kohlensäure austritt; heute ist darunter generell das Reinigen von Fässern zu verstehen. Gepicht wird am Samstag ab 15 Uhr, live gebraut ebenfalls am Samstag ab 15 Uhr sowie am Sonntag ab 14 Uhr.
Eigens zum Jubiläum wurde ein Festbier eingebraut. Die Kreation von Braumeister Andreas Beck zeichnet sich durch ihren vollmundigen Geschmack und einen Farbton aus, der an Bernstein erinnert. Erzielt wurde das Ergebnis durch die Verwendung zahlreicher Spezialmalze, verrät der Junior-Chef. Das Festbier mit einem Alkoholgehalt von sechs Prozent gibt's am Samstag ab 18 Uhr zwei Stunden lang zum Vorzugspreis von 1,20 Euro je Seidla.
Neben jeder Menge Bier ist für das leibliche Wohl am Samstagnachmittag mit Kaffee und Kuchen gesorgt, am Sonntag gibt es ab 9.30 Uhr einen Weißwurst-Frühschoppen, gefolgt vom Mittagstisch mit fränkischen Spezialitäten wie Bierhaxe, Schweinekrustenbraten und Kren mit Rindfleisch ab 11.30 Uhr. Die musikalische Unterhaltung übernehmen am Freitag ab 20.30 Uhr die Party-Pop-Band "Deschawü", "One Last Sunset" am Samstag ab 20.30 Uhr und die "Lisberger Blasmusik" am Sonntag ab 9.30 Uhr. Der Nachwuchs tobt sich in der Hüpfburg aus. Davon auszugehen ist, dass die Bauarbeiten in und um Trabelsdorf bis zum Festbeginn abgeschlossen sein werden.
Kennzeichnend für das Jahr 2015 ist für Familie Beck nicht nur das 120-jährige Bestehen ihres Betriebes, sondern auch die Übergabe der Geschäftsführung von Herbert Beck an seinen Sohn. Andreas Beck übernahm zu Beginn des Jahres den Betrieb. Herbert Beck arbeitete 61 Jahre lang in der Brauerei, bildete 21 Lehrlinge aus und war 20 Jahre lang Bezirksvorsitzender der Mittelstandsbrauereien in Oberfranken, Mitglied in der Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer für Oberfranken und Obermeister der Brauinnung in Oberfranken.
Beliebt ist der Familienbetrieb bei Stammkunden und Touristen gleichermaßen. Die Führungen durch den unterirdischen Felsenkeller von 1763 und die Brauanlagen werden gut angenommen. Nicht ausgeschlossen, dass Neuerungen hinzukommen, denn Andreas Beck, Diplom-Braumeister, Biersommelier und ausgebildeter Betriebswirt, denkt innovativ: Neben Bierseminaren, bei denen Gäste ihr eigenes Bier brauen und etikettieren können, möchte er exklusive Bierkulinarien anbieten. Die Verwendung von Bier in der Küche und als begleitendes Element ist allerdings nicht nur für Touristen gedacht, sondern für alle Feinschmecker vor Ort.
Neuen Biertrends gegenüber gibt sich der junge Braumeister aufgeschlossen. "Es ist mein Wunsch, dass sich meine Gäste auf Neues einlassen. Ich möchte der Kundschaft vor Ort zeigen, was es alles für Biere gibt", so Andreas Beck. Die an die Brauerei angeschlossene Wirtschaft lässt schon seit längerem mit neuen Konzepten aufhorchen: So gibt es in regelmäßigen Abständen "Dry Aged Steak- Tage" und "Frühstück auf dem Land", beides kommt bei den Gästen sehr gut an. konst/geb