Veronika Schadeck Es hört sich gut an. Wenn alles klappt, soll der neue Nahverkehrsplan des Landkreises Kronach im August 2020 an den Start gehen. Nach einer Klausurtagung des Kreistags am Samstagnachmittag im Wasserschloss Mitwitz bezeichnete es der CSU-Kreistagsfraktionsvorsitzende, Bernd Liebhardt, im anschließenden Pressegespräch als eine "einmalige Chance", im Landkreis die Mobilität zu verbessern. "Alles, was sich bewegt, werden wir zusammenbringen!" Schüler und auch ältere Menschen in den entlegenen Ortschaften haben dann die Möglichkeit, zentrale Stützpunkte im Ein- oder Zwei-Stundentakt zu erreichen.

Auch Querverbindungen innerhalb des Landkreises, beispielsweise von Teuschnitz nach Tettau, sollen geschaffen werden. Das soll entweder mit dem Schulbus, Takt- oder Rufbus passieren. Edith Memmel (Grüne) hofft mit diesem Konzept auch eine Verkehrs- und somit auch eine Klimawende einleiten zu können. "Wenn wir die Umsetzung schaffen, dann ist das traumhaft", schwärmte Petra Zenkel-Schirmer von der Frauenliste.

Kommunen müssen jetzt ran

Worum geht es? Wie Regionalmanager Willi Fehn erklärte, soll bei dem neuen Nahverkehrskonzept der Schülerverkehr der Gemeinden und der öffentliche Nahverkehr zusammengefügt werden. Geschaffen werden soll im Landkreis eine Mobilitätszentrale mit fünf Arbeitsplätzen. Dort laufen sämtliche Fäden von Nahverkehr und Schülerbeförderung zusammen. "Es soll alles aus einem Guss erfolgen."

In den nächsten Wochen müssen nun die Kommunen die entsprechenden Verträge für dieses Nahverkehrskonzept beschließen. Im Kreisausschuss soll der neue Nahverkehrsplan im November auf der Tagesordnung stehen. Schon einen Monat später soll der Kreistag den entsprechenden Beschluss fassen. Danach, so Willi Fehn, geht es in die Ausschreibung.

Mobilitätszentrale geplant

Diese müsse laut gesetzlicher Bestimmungen europaweit sein. Wie der Regionalmanager erklärte, wolle man aber mittelstandsfreundliche Lose bilden, damit heimische Verkehrsunternehmen zum Zuge kommen. Und: "Wir wollen kleine Pakete schnüren, um genügend Fahrer zu finden."

Parallel dazu geht es um den Aufbau der Mobilitätszentrale mit den Arbeitsbereichen Schülerbeförderung, Controlling, Marketing, Technik, IT und EDV. Die Standortfrage für diese Zentrale ist noch ungeklärt.

Die Finanzierung des neuen Nahverkehrskonzepts steht. Das Gremium geht von rund 6,5 Millionen Euro pro Jahr aus. Inklusive Fördermittel und aufgrund dessen, dass künftig dem Landkreis das Geld der Kommunen für die Schülerbeförderung zukommen soll, kann man mit Einnahmen in Höhe von 6,1 Millionen Euro rechnen.

Wie Landrat Klaus Löffler ergänzte, fallen bei dem Konzept den Berechnungen zufolge Mehrkosten von circa 400 000 Euro an. Man sei hier über bemüht, zusätzliche Fördergelder zu generieren. "Von den Kosten her muss es uns das wert sein!", so der SPD-Kreisfraktionsvorsitzende Richard Rauh.

Landrat Klaus Löffler erklärte außerdem, dass man eigentlich mit dem neuen Nahverkehrskonzept bereits im Dezember 2019 hatte starten wollen. Aber im laufenden Schuljahr hätte dies zu Schwierigkeiten geführt.

Kein Beitritt zum VGN

Keine neuen Nachrichten gab es bezüglich eines Beitritts des Landkreises Kronach zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Wie bereits berichtet, liebäugelt der Landkreis Kronach mit einer Mitgliedschaft. Angesichts der hohen Kosten hofft der Landkreis auf Unterstützung durch den Freistaat. Man wolle erst die Regierungsbildung abwarten, so der Landrat.