Der Musikverein Pressig hat eine schwierige Phase überstanden und blickte bei der Jahresversammlung optimistisch in die Zukunft, in der man verstärkt Nachwuchs werben will. Die Neuwahlen brachten ein einstimmiges Vertrauensvotum für die bisherige Vorstandsmannschaft.
Die Aktiven wählten Alexander Pörner zu ihrem neuen musikalischen Leiter, sein Stellvertreter ist der erst 19-jährige Dominik Richter.


Liedenschaftlicher Appell

Leidenschaftlich appellierten der Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds, Werner Pörner, selbst Ehrenmitglied in Pressig, und Dirigent Alexander Pörner an die Mitglieder, für den Musikverein zu werben, damit sich mehr junge Leute für das Erlernen eines Instrumentes interessieren.
Der Bezirksvorsitzende Werner Pörner zeichnete mit Daniel Jungkunz, Dominik Richter und Florian Herrmann drei junge Männer für jeweils zehnjähriges Musizieren mit der Treuenadel in Bronze des NBMB aus. Einer, der schon 40 Jahre aktiv ist, ist Zweiter Vorsitzender Roland Neubauer. Er erhielt die Ehrennadel in Gold.
Vorsitzende Tanja Böhm erinnerte daran, dass Andreas Pratsch den Verein mit seiner plötzlichen Mitteilung, den Dirigentenstab abzugeben, große Probleme bereitet habe. Weil einige Idealisten eingesprungen seien, habe man keinen Termin absagen müssen. Der 232 Mitglieder zählende Musikverein kann optimistisch in die Zukunft blicken, meinte die Vorsitzende.
Böhm wünschte sich, dass die Kinder bereits in der Grundschule an das Erlernen eines Musikinstruments herangeführt werden. Aufgrund eines Überangebotes an Freizeitmöglichkeiten werde es immer schwieriger, junge Menschen für ein Blasorchester zu begeistern. Deshalb erfülle es sie mit Stolz, dass David Fehn, Moritz Ströhlein und Dominik Richter ins Kreisauswahlorchester berufen wurden.
Über einen soliden Kassenstand berichtete Roland Kopp. Reinhard Fiedler bestätigte ihm eine tadellose Buchführung. Schriftführerin Christina Kropp verlas das Protokoll.
Alexander Pörner ging ausführlich auf die bisherigen Probenstunden und Auftritte ein. Er beklagte aber auch ganz offen, dass dem Musikverein Pressig die Aktiven ausgehen. "Sobald nur zwei Leute fehlen, sind wir nicht mehr spielfähig", bedauerte er. Bei Auftritten habe man schon mehrmals auf Musiker aus anderen Vereinen zurückgreifen müssen. "Es muss sich was tun", forderte der Dirigent und rief alle auf, sich Gedanken zu machen.


Hervorragende Aussbildung

Die Ausbildung in der Musikschule Pressig-Stockheim laufe hervorragend. Es müsse gelingen, junge Leute in den Musikverein zu bekommen, "sonst werden wir als letzte Mannschaft des traditionsreichen Musikvereins in die Chronik eingehen", sagte der Dirigent.
Bürgermeister Hans Pietz freute sich, dass der Musikverein die schwierige Phase gemeistert habe. Er dankte den Musikern für die Bereicherung des kulturellen Lebens in der Gemeinde.
Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzende Tanja Böhm, Zweiter Vorsitzender Roland Neubauer, Schriftführerin Christina Kropp, Kassierer Roland Kopp, Jugendvertretung Julia Kopp, Noten- und Zeugwarte Werner Konrad und Gabi Fehn, Beisitzer Willi Suffa-Weißkopf, Walter Fleischmann, Revisoren Reinhard Fiedler und Andreas Fiedler, Elternvertretung Jochen Richter.
Für 25 Jahre Treue wurden Maria Lieb, Maria Werner und Brigitte Winter ausgezeichnet.
Seit 50 Jahren sind Josef Kopp, Hans Müller, Agnes Ruck, Ludwig Scherbel und Ernst Wagemann Mitglied im Musikverein Pressig. Karl-Heinz Hofmann