Strukturwandel in der Landwirtschaft: Vom Bauernhof zum Reiterhof könnte man die Geschichte der jüngsten Pferdepension "Sonnenhof" in Engelhardsberg überschreiben.

Im Aussiedlerhof Wolf, westlich des Juradorfes gelegen, standen früher 30 Milchkühe mit dem dazugehörigen Jungvieh im Stall. Heute sind es 15 Pferde und Ponys, als Pensions- oder als eigene Tiere. Geplant sei der Bau eines weiteren Stalles für zehn Pferde, erklärt der Besitzer Reinhold Wolf.

Futter aus eigenem Anbau

Die Pferde werden nachhaltig ernährt, denn das Futter stammt aus der eigenen Landwirtschaft. Die Idee für den Reiterhof hatte Reinhold Wolf, der den Aussiedlerhof in der dritten Generation bewirtschaftet. Seine Frau Margit stand ihm dabei zur Seite, ebenso die Schwiegereltern Rainer und Babette. Reitunterricht erteilen Tochter Miriam und Julia-Maria Landgraf. Pferdesport ohne Halle: Auf Dauer ist dies keine Lösung, dachten sich die Wolfs. So wurde der Bau einer Reithalle in die Tat umgesetzt.

48 Meter lang, 22 Meter breit

Das 22 Meter mal 48 Meter große Gebäude wurde am Wochenende seiner Bestimmung übergeben. Mit dabei waren die 25 "Ponykinder" mit ihren Eltern oder Großeltern. Eingeleitet wurde die kleine Feierstunde mit dem Lied "Heute feiern wir", begleitet von Andreas Schlegel am Keyboard. Reinhold Wolf stellte Tochter Miriam und Julia-Maria Landgraf vor, die als Trainerinnen besonders der großen Zahl an Kindern in den Sattel helfen.

Für die Muggendorfer Pfarrerin, Ulrike Werner, selbst Hobbyreiterin, liegt "das Glück der Erde auch auf dem Rücken der Pferde" . Sie erbat für den "Sonnenhof" den göttlichen Segen. Reiten vermittle das Gefühl "ich lasse mich tragen von meinem Pferd. Im täglichen Leben können wir uns tragen lassen von der Gnade Gottes". Es sei ein Geschenk des Himmels, so die Geistliche, "was wir mit den Tieren erleben dürfen." Deshalb sei es ein Auftrag an alle, mit der Schöpfung fair und artgerecht umzugehen.