Das Zentrum für Palliativmedizin hat eine neue Chefärztin. Dr. Brigitte Lotter, Fachärztin für Anästhesie und Palliativmedizinerin, ist am Bamberger Klinikum keine Unbekannte: Von 2008 bis 2013 war sie schon einmal auf der Palliativstation tätig. Zudem unterstützte sie seinerzeit tatkräftig den Aufbau der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), wie das Klinikum mitteilt. Umso mehr freue sich Xaver Frauenknecht, Vorstandsvorsitzender der Sozialstiftung Bamberg, dass es gelungen sei, "die qualifizierteste Bewerberin für die Chefarztposition wieder nach Bamberg zu holen". Dr. Lotter wechselt von den Regiomed Kliniken, wo sie zuletzt als Oberärztin im Schmerzzentrum Coburg arbeitete.
Die Palliativmedizin hat in Bamberg eine 27-jährige Tradition. Hier entstand Bayerns erste Palliativstation. 2010 kam die SAPV dazu, die schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrer häuslichen Umgebung begleitet. "Seither fährt das Team in alle Himmelsrichtungen", erklärt Dr. Lotter. Neben Bamberg gebe es Stützpunkte in Burgebrach, Burgkunstadt, Ebern, Forchheim, Kronach, Neustadt an der Aisch und Naila. Es sei der Palliativmedizinerin sehr wichtig, "dass Palliativmedizin heute flächendeckend gelebt wird, nicht nur auf einer Palliativstation."
Komplettiert wird die palliativmedizinische Gesamtversorgung durch den palliativmedizinischen Dienst, der den Patienten aller Abteilungen im Klinikum zur Verfügung steht. Auch dieser Dienst wird nun von der neuen Chefärztin geleitet, die sich "sehr auf diese verantwortungsvolle Aufgabe" freut.
Als "Herzensangelegenheit" beschreibt Dr. Lotter ihre Auffassung von Palliativmedizin. Das Sterben eines Menschen gehöre diesem Menschen - und niemandem sonst. "Unsere Aufgabe ist es dann, ihm unsere Expertise zur Verfügung zu stellen, damit gelindert werden kann, was zu lindern ist." Nötig sei dabei der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses mit dem Patienten, aber auch mit seinen Angehörigen. Zugute kommt der neuen Chefärztin, die aus Oberhaid stammt, dabei ihre Vertrautheit mit den Menschen der Region und deren Mentalität. red