Artenschutz ist spätestens seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" in aller Munde. Was ist die Ausgangssituation in den Naturschutzgebieten in Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt, also den Gebieten, in denen auch jetzt schon Artenvielfalt groß geschrieben sein sollte? Welche ökologisch sinnvolle Nutzung (Land- und Forstwirtschaft) ist erlaubt? Wie entwickelt sich Flora und Fauna im Aischgrund oder etwa der Brucker Lache?

Antworten auf diese Fragen wollte der Landtagsabgeordnete Christian Zwanziger (Grüne) von der bayerischen Staatsregierung haben, aber die habe er nicht bekommen, schreibt er in einer Pressemitteilung. Die Staatsregierung habe eingeräumt, dass ihr schlicht die Daten fehlen. Konzepte, wie man die Kulturlandschaft erhält und sich gleichzeitig Wildbienen und selten gewordene Kräuter entfalten können, ließen sich auf dieser Grundlage schwer bewerten, so Zwanziger. Auch der Verweis auf das Vertragsnaturschutzprogramm und den deshalb ausbleibenden Pestizideinsatz sei unzureichend, da das Vertragsnaturschutzprogramm immer auf fünf Jahre begrenzt ist. Mancherorts in Bayern würden aufgrund der schlechten Förderbedingungen 80 Prozent der Vertragsnaturschutzflächen wieder aufgegeben.

"Ein steiniger Weg"

Zwanzigers Fazit: "Die Unkenntnis der schwarz-orangen Staatsregierung über den Zustand der Artenvielfalt in den Naturschutzgebieten in Erlangen und Erlangen-Höchstadt ist bezeichnend. Selbst für die Arten, die durch die europäische Vogelschutz-Richtlinie oder die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt sind, werden offenbar keine eigenen Daten erhoben. Solange der frisch bekehrte Artenschützer Markus Söder nicht bereit ist, der Realität ins Auge zu schauen, bleibt der Weg zu mehr Artenvielfalt ein steiniger." red