Andreas Lösch

Es sind ganz unterschiedliche Landschaftstypen, die den Landkreis Haßberge auszeichnen - und durch verschiedene Pflegemaßnahmen werden diese Bereiche "in Schuss gehalten", wie bei der Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages Haßberge verdeutlicht wurde.
Die Ausschussmitglieder tagten gestern ausnahmsweise nicht im Landratsamt in Haßfurt, sondern trafen sich zur Sitzung im Rathaus in Eltmann. Zuvor ging es auf eine kleine Tour ins benachbarte Ebelsbach, wo Claus Haubensack und Bernd Janik von der Unteren Naturschutzbehörde einige Landschaftspflegeflächen vorstellten und über mehrere Umweltschutzmaßnahmen berichteten. Am Ebelsberg etwa erstreckt sich laut Haubensack eine feingliedrige Hanglage, die "teilweise aus alten Weinbergshängen" besteht. Das 30 Hektar große Naturschutzgebiet gehört zu den ältesten im Landkreis und wurde bereits 1979 ausgewiesen.


Über 300 Pflanzenarten

Es seien viele kleine private Grundstücke in steiler Lage, die meist von den Eigentümern gepflegt werden. "Das ist quasi alles Motorsensen-Arbeit und man muss von Hand herunterrechen", erklärte Haubensack. Früher seien die Gebiete zum Teil komplett verbuscht gewesen, heute fänden sich darin über 300 Pflanzenarten. Darunter die Bocksriemenzunge (gehört zur Familie der Orchideen), deren Bestand zwar mittlerweile bayernweit zunehme, da sie vom Klimawandel profitiere, für die aber lange Zeit der Ebelsberg einer der wenigen Standorte in Bayern war. "Es geht aber nicht nur darum, einzelne Pflanzen zu schützen, sondern das Landschaftsbild zu erhalten", sagte Haubensack. Dies habe auch zum Ziel, den Landkreis für den Bereich Tourismus attraktiver zu machen.
Über seine gesamte Fläche, von den Haßbergen übers Maintal bis in den Steigerwald hat der Landkreis Haßberge attraktive Landschaftstypen zu bieten. Es gibt hier laut der Unteren Naturschutzbehörde insgesamt 15 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von über 2700 Hektar. Zwei davon sind Naturwaldreservate, in denen keine Pflegemaßnahmen notwendig sind. 13 Gebiete seien "überwiegend Kulturlandschaft, die bewirtschaftet beziehungsweise gepflegt werden muss", sagte Haubensack. Das kleinste Gebiet ist der "Simonsberg-Fuchsrangen" bei Pfarrweisach mit 14 Hektar Fläche, das größte die "Hohe Wann" zwischen Zeil und Königsberg (1055 Hektar).
In Ebelsbach stellte Bernd Janik ein Renaturierungsprojekt vor, wo am Ebelsbach im Bereich einer ehemaligen Mühle ein Wehr entfernt und der Bachlauf verändert wurde, um die Durchlässigkeit für Fische und andere Wasserbewohner zu erhöhen.