Der Arbeitskreis für Heimatpflege im Landkreis Kronach hat sich bei einem Treffen am Montagabend im Wasserschloss mit aktuellen kreis- und ortsheimatpflegerischen Themen befasst. So ging es auch um die gegenwärtigen öffentlichen Diskussionen um die mögliche Bestandsgefährdung des Naturparks Frankenwald.
Bernd Graf vom Landratsamt führte aus, dass bezüglich der angestrebten Herausnahme einzelner Flächen aus den Schutzgebieten des Naturparks noch zahlreiche Fragen abzuklären seien. Klar sei aber, dass die Sicherung der Naturpark-Eigenschaft für den Landkreis Kronach höchste Priorität habe. Das habe Landrat Klaus Löffler erst am Donnerstag nach einer internen Besprechung mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags klar zum Ausdruck gebracht.


Keine Gegenrede

Gegen diesen Standpunkt gab es bei der anschließenden Aussprache der Heimatkundler keinerlei Gegenrede. Ganz im Gegenteil: Dieter Lau fasste das Meinungsbild dahingehend zusammen, dass man angesichts der vielfältigen Bedeutung für das Natur- und Kulturerbe und für die Zukunftssicherung den Bestand des Naturparks keinesfalls in Frage stellen dürfe.
Diskutiert wurde weiter über das von Bernd Graf vorgestellte Projekt "Erschließung der Markgrafenkirchen".
Bernd Graf veranschaulichte die thematische Vielfalt des gerade entstehenden neuen heimatkundlichen Jahrbuchs. Im Zusammenhang mit dem Beitrag über Mai-, Kirchweih- und sonstige Dorfgemeinschaftsbäume sprach er eine derzeit laufende Aktion der Kreisheimatpflege an. Vereine, die mit ihrer Baumgestaltung bewusst auf ihre fränkische Identität verweisen wollen, könnten sich telefonisch unter 09261/78310 melden, um ins Jahrbuch aufgenommen zu werden.
Wie Graf weiter ausführte, habe er sich für das nächste Jahrbuch auch an das Thema Halloween und die Zusammenhänge mit anderen Festen, Bräuchen und Traditionen herangewagt.
Kreisheimatpfleger Dieter Lau gratulierte seinem Kollegen Robert Wachter zu dessen gewichtigem Werk über die Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg während der Amtszeit von Erzbischof Josef Schneider (1955 bis 1976), in das er sein Wissen und seine Schaffenskraft hineingelegt habe. Erschienen ist das Werk in den Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte als Band 5 (Teilbände 1 und 2).
Thematisiert wurden die staatlichen Förderprogramme, die den Umgang mit alter Bausubstanz und die Verbesserung der Siedlungsstruktur betreffen. An Beispielen in Rothenkirchen, Lauenstein und Wallenfels erörterte man das Spannungsfeld zwischen Gebäuderückbau und Funktionswandel.
Kreisheimatpfleger Hans Blinzler freute sich über seine Einbeziehung als Kreisheimatpfleger beim Steinwiesener Projekt eines Kapellenweges im Bereich der Kerngemeinde. So habe er die hochinteressante und aussagestarke Friedensmarter von Heinrich Schreiber mit in das Projekt aufnehmen lassen. Dieses "Denkmal für den Frieden" habe Alleinstellungsmerkmal, weil es sich auf den Dreißigjährigen Krieg beziehe; sogar die Namen von einheimischen Opfern seien vermerkt.


Unklarheiten beseitigt

Beim Thema "Geopark Schieferland" brachte das Arbeitskreistreffen Licht in das Dunkel so mancher Unklarheiten, wobei besonders Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig und Martin Weber für Aufklärung sorgten. Demnach sei der Geopark 2009 als grenzüberschreitendes Projekt von den drei Naturparken Thüringer Wald, Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale gegründet worden. In nächster Zeit solle die Zertifizierung als nationaler Geopark erfolgen. Aufgrund der unterschiedlichen Fördermodalitäten in Thüringen und in Bayern sei es notwendig geworden, auf bayerischer Seite 2017 den Verein "Geopark Schieferland in Franken" zu gründen. Als herausragende Objekte unter dem Geopark-Dach nannte Martin Weber neben dem Schiefermuseum Ludwigsstadt den ehemaligen Oertelschen Dachschieferbruch in Ludwigsstadt, die Stockheimer Steinkohle auf dem Gelände der ehemaligen Grube St. Katharina, den Grauwacke-Steinbruch am Nordhalbener Schlossberg sowie die Geopfade bis hin zur Thüringisch-Fränkischen Schieferstraße. bg