Ein Sonneberger Räumfahrzeug in Neustadt im Einsatz? Für Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan und Sonnebergs Bürgermeister Heiko Voigt Symbol einer immer engeren Zusammenarbeit beider Städte.

"Wir haben überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, unsere Bauhöfe enger zusammenarbeiten zu lassen. Das Ziel dabei ist ganz klar, Geld zu sparen", erklärt Frank Rebhan. Dass in Sonneberg ohnehin gerade ein neues Fahrzeug für den Winterdienst angeschafft werden musste, spielte diesem Ziel in die Hände, sagt Heiko Voigt. Sonneberg setzte nämlich bisher noch reines Streusalz ein, um die Straßen im Winter eisfrei zu halten. Neustadt setzt auf Sole.

"Seit drei Jahren haben wir auf Feuchtsalzstreuung umgestellt", bestätigt Bauhofleiter Gerhard Reh. Weil das effizienter, umweltschonender und kostengünstiger ist, wollte das auch sein Kollege Martin Gläser vom Sonneberger Bauhof schon längst einsetzen. Als nun ein neues Fahrzeug nötig wurde, bestellte die Neustadter Partnerstadt eines, das Feuchtsalz einsetzt. Das Geld für ein entsprechendes Silo können sich die Sonneberger sparen. Sie nutzen die Neustader Anlage zum Befüllen ihres Fahrzeugs.

"Dafür können wir größere Mengen ab nehmen und erreiche so für beide einen günstigeren Preis", erklärt Frank Rebhan. "Und wenn unser Fahrzeug nach Neustadt zum Auffüllen fährt kann es ja das Räumschild auch unten lassen", fügt Heiko Voigt hinzu. Gemeint ist, dass die Sonneberger Kollegen das Baugebiet Rödenaue mit bearbeiten, die Neustadt dafür im Gegenzug die Straßen von Meilschnitz nach Mürschnitz und von Wildenheid nach Hönbach mit räumen. "Die Kollegen in Sonneberg sind ja zu den selben Zeiten im Einsatz wie wir", erklärt Gerhard Reh.

Trotzdem wurden sicherheitshalber alle Dienstpläne ausgetauscht und jeder kennt die wichtigen Telefonnummern der anderen Stelle.

Gewinner ist die Umwelt

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Die Umstellung auf Sole hilft den Kommunen Kosten einzusparen. Die Fahrzeuge tanken Wasser und Salz. Während der Ausbringung wird das Streusalz angefeuchtet. Dadurch wird der Feinstaubanteil gebunden und es reicht eine deutlich kleinere Menge Salz, um den gleichen Taueffekt zu haben, erklärt Gerhard Reh die Vorzüge. Untersuchungen hätten gezeigt, dass so 24 bis 44 Prozent weniger Salz benötigt wird, als bei Trockensalz.

Zudem wirkt das feuchte Salz schneller. Es haftet besser an der Fahrbahn und wird nicht wie Trockensalz von Verkehr oder Wind von der Straße geweht.

Rund 80 Kilometer Straße muss Neustadts Bauhof eisfrei halten (Sonneberg rund 70 Kilometer). Etwa 700 bis 800 Tonnen Salz sind dafür nötig. Wenn der Bauhof in diesem Winter trotz geringer Schneelage schon gut 300 Tonnen gebraucht hat, dann liegt das laut Gerhard Reh am häufigen Wechsel w´zwischen Frost und Abtauen der Straßen. Wäre noch Trockensalz im Einsatz, läge die Menge deutlich höher.