Von einem Anschlusszwang für Nahwärme wollte Gemeinderat Walter Jakob (CSU) nichts wissen. Er sei dagegen, die Bauherren im geplanten Baugebiet "Hüttenfeld" zu bevormunden. Obwohl es von Rechts wegen offensichtlich möglich ist, die Erschließung eines Baugebiets mit Nahwärme wie bei Wasser oder Abwasser auf die Grundstückspreise umzulegen. Was nach Jakobs Meinung jedoch nicht gerecht ist, wenn ein Bauherr nicht mitmacht.
Im Übrigen sprachen die Zahlen und Fakten, die Markus Beutel, der Zweite Vorsitzende der Bioenergie Mühlhausen, in der Gemeinderatssitzung vortrug, für sich. So die Einsparung von Primärenergie zum Beispiel: 400 000 Liter Öl pro Jahr würden in Mühlhausen nicht mehr verbraucht. Dadurch werde die Luftqualität verbessert. Beutel führte die im Vergleich zu einer Gas- oder Ölheizung geringeren Anschlusskosten vor Augen. Abhängig von der Größe des Gebäudes koste der Nahwärmeanschluss zwischen 6000 und 11 000 Euro - "dann ist die Heizung fertig". Vielleicht das wichtigste Argument, dass sich der Abnehmer um nichts mehr kümmern muss, auch wenn die Umweltauflagen nach Meinung des Referenten in Zukunft nicht geringer werden. "Und wir können unseren Bauern etwas Gutes tun", fügte Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) hinzu.
Beutel machte aber auch deutlich, dass man die Bioenergie-Versorgung "nicht ins Blaue hinein" planen könne. Deshalb sei es wichtig, für das neue Baugebiet "Hüttenfeld" rechtzeitig die Weichen zu stellen. Denn dieses Wohnquartier nördlich des Betriebs Muß möchte die
Bioenergie möglichst an ihr Netz anbinden.
Zusätzlich sei es möglich, "über den Berg hinüber" in die 70er-Jahre-Siedlung (Schlehenweg, Apfelweg usw.) zu erweitern. In diesen Häusern könnte ein Austausch der alten Heizungen anstehen.
"Wenn der erste Bagger dasteht und wir dann erst überlegen müssen, ob wir die Leitung reinlegen, ist es zu spät", betonte Beutel. "Wir müssen den Anschluss als Empfehlung in den Bebauungsplan bringen", schlug Bürgermeister Faatz vor. Als nächster Schritt sollen Gespräche im kleineren Kreis geführt werden. Im Falle einer Zustimmung des Gemeindegremiums gilt es, die notwendigen Vereinbarungen und Verträge zwischen Gemeinde, Bioenergie und Bauherren auszuarbeiten.