Nicht nur Schreiner zog es am Sonntag in die Aula der Haßfurter Berufsschule, wo die Gesellenstücke der Schreiner ausgestellt waren. Die unterschiedlichsten Möbelstücke in vielfältigem Design waren da zu bestaunen.
Im Schreiner-Beruf ist es wichtig, technisch einwandfrei zu arbeiten, die richtigen Materialien zu wählen und ein gutes Gespür für Design und Gestaltung zu haben. Im Gesellenstück soll sich nach drei Jahren Ausbildung zeigen, wie der Jung-Schreiner seine Fähigkeiten umsetzt. In der Ausstellung der Gesellenstücke konnte sich am Wochenende jeder Interessierte in der Aula der Berufsschule Haßfurt ein Bild davon machen, was modernes Schreiner-Handwerk bedeutet.
Zu Beginn der Ausstellung musste jeder der Auszubildenden sein Gesellenstück dem Prüfungsausschuss erläutern. Da ging es um die Umsetzung der ursprünglichen Zeichnung, um die Wahl der richtigen Holzart für die jeweilige Verwendung, um glatt laufende Schubläden, Oberflächenverarbeitung und maßgenaue Verbindungen. In die praktische Note fließen außerdem Punkte aus dem Betrieb ein wie die Arbeitsplatz-Organisation, die Maschinenarbeit und Sauberkeit am Arbeitsplatz.
Eine eingefräste Gitarre über die gesamte Front zeigt deutlich, dass es sich bei dem Tablecase von Joshua Zettelmeier um einen Musikschrank handelt mit individuell angepasstem Innenleben. Ein Musikschrank ist auch die Arbeit von David Osburg von der Schreinerei Kulla in Trossenfurt. Die Deckplatte ist aus Altholz gestaltet, die Lücke zwischen den beiden Schmuck-Brettern schließt Epoxidharz, was dem Stück Charakter verleiht. Der wurde mit dem dritten Preis im Wettbewerb "Gute Form" der Schreinerinnung belohnt. Den zweiten Rang belegte Mauritz Raab von der "Holzlounge" in Hainert mit seinem Lowboard aus Eiche, bei dem der Jury die Liebe zum Detail besonders gefiel. Den ersten Preis sicherte sich Janina Elflein von "Wood Work" (Hofheim) mit ihrem Side-Board aus Esche, das fast schwebend wirkt.
Die Ausstellung zeigte deutlich, wie individuell im Handwerk gearbeitet wird. Hier ein Stauraum, dort ein ausgefallenes Detail. Die Besucher bekamen auch Einblicke in die Ausbildung und bewunderten die Stücke, die während des Berufsgrundschuljahres entstehen. sw