Falco lebt. Das ließ sich beispielsweise am späten Abend der Lichtenfelser Musiknacht in der Mühlbachklause behaupten. Dort, schon etwas außerhalb der Innenstadt, sorgte der DJ mit der eigentümlichen Schreibweise Deejay Ratzi für eine Mischung aus eben Falco und Macarena und vielem anderen. Klar jedenfalls, dass getanzt wurde.

Wirtin Ramona Holzmann sprang der Veranstaltung erstmalig bei und kurzfristig noch dazu. Aber sie war voll des Lobes für die Organisation der Stadt. "Hätte ich noch was gebraucht, wäre das alles kein Problem gewesen."

Nicht aus der Konserve

Live ging es hingegen beim Café Moritz zu. Schon von Weitem konnte man hören, dass dort Stimmung herrschte. Bisweilen war es nicht einfach, über die Treppe in den ersten Stock zu gelangen, wo die "Orangeshaker" ab 20 Uhr ihre sehr geschätzte Mixtur aus Blues, Rock, Soul und Funk spielten. Zu Improvisationen kam es auch, zu gekonnt schrägen Coverversionen erst recht. Die Atmosphäre, dass hier etwas wirklich Sympathisches stattfindet, war spürbar.

Rockig ging es in der Spielkiste zu. Dort sorgte die einheimische Band "T.C. Bricks" für reichlich Crossover. "Police"-Nummern wie "Message In a Bottle" hört man auf die Weise dieser Band nicht oft. Ihre Art, "AC/DC", "Die Toten Hosen" und "Police" unter einen Hut zu bekommen, kam gut an und hielt viele Gäste davon ab, die Lokalität zu wechseln.

Was an der Musiknacht, die im Volksmund auch nicht selten Kneipennacht genannt wird, noch herauszuheben wäre, ist die Vielfalt. DJ-Auftritte im Herolds, im Paunchy oder der Mühlbachklause einerseits, Rock bzw. Soul und Funk in der Spielkiste oder dem Moritz andererseits. Jazz-Freunde kamen im Dümpfelschöpfer auf ihre Kosten.

Das Duo "dav'n'mor" hielt Jazzstandards für Gitarre und Klarinette parat, wohltemperiert und quirlig-spielfreudig. Auch eine Art der Kammermusik.

Eine Entdeckung des Abends dürften auch zwei Erlanger gewesen sein, von denen einer aus den USA und der andere aus Bosnien stammt: "Dystilled Spirit". Als solcher sangen Mike Sappington (Gitarre) und Boris Loncar (Violine) im Pinkus eigenwillige Versionen von Dylan-Songs oder Traditionals. Platz zum Tanzen fanden Zuschauer auch in ihrer Nähe.

Musik von Profis

Sappington und Loncar sind Profimusiker, Loncar sogar bisweilen in Orchestern tätig. Gefunden hat sich das Duo, das in Lichtenfels erst seinen zweiten Gig absolvierte, in Erlangen. In insgesamt acht Kneipen der Stadt war einiges geboten, mitunter bis in die frühen Morgenstunden. Zu einer weiteren Auflage nächstes Jahr wird es wohl gewiss kommen.