Sie sind aufgeregt. Sie blicken stolz auf ihre Blasinstrumente, in denen sich der Glanz ihrer Augen widerspiegelt. Und sie sind vor allem noch sehr jung. Die Instrumentalisten der Lucas-Cranach-Schule spielen seit gerade einmal sieben Wochen beim Kronacher Jugendorchester und hatten am Wochenende im Schützenhaus schon ihren ersten großen Auftritt vor Publikum.

Was im abwechslungsreichen Programm beim adventlichen Musizieren als "Bläserklasse eins" auftauchte, das waren Kinder der dritten Grundschulklasse, die ihre Liebe zur Blasmusik entdeckt haben und diese auch zeigen wollten. Voller Selbstvertrauen präsentierten sie, was sie in der kurzen Zeit schon gelernt haben. Konzentriert blickten sie auf ihre Notenständer und vor allem auf den Taktstock von Dirigent Stefan Krauß. Denn der gibt den Ton an - und zwar im gesamten Jugendorchester.

Das umfasst auch noch die Bläsergruppe zwei, das Kids- und das Jugendorchester, die ebenfalls alle ihr Können bewiesen. In den Augen von Stefan Krauß blitzte der Schalk, als er das Programm so erklärte: "Wir spielen jetzt immer im Kreis, bis wir keine Lieder mehr haben. Das können wir, weil wir brave Kinder haben, sind ja ihre Kinder." Der letzte Satz ging natürlich in Richtung der stolzen Eltern, die mindestens genauso aufgeregt wie ihre Sprösslinge waren.

Beeindruckende Leistung

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Der Vorsitzende des Kronacher Jugendorchesters, Günter Soja, wirkte fast schon selbst erstaunt, als er meinte: "Die 15 Kinder der Bläsergruppe eins haben erst vor etwa sieben Wochen ihre neuen Instrumente bekommen und proben zwei Stunden pro Woche. Dass sie jetzt schon auftreten, macht mich stolz."

So kam es, dass durch den Saal die Melodien von "We wish you a Merry Christmas", "Lieber, guter Nikolaus", "Winter Wonderland", "Pirates of the Caribian" oder "Rudolph the Rednosed Reindeer" zogen. Mit dem unverzichtbaren "Jingle Bells" und dem Klassiker "White Christmas" verabschiedete sich das Orchester von seinen Gästen.Ein Höhepunkt in diesem festlichen Rahmen war die Ehrung verdienter Mitglieder. Wolfgang Müller, der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, lobte ihr Wirken und ihre langjährige Liebe zur Musik. Er sprach vor allem über das ehrenamtliche Engagement, das man mit einem Geldwert nicht beschreiben könne. "Beim Ehrenamt geht es um eine andere Währung, nämlich um das Engagement für die Erhaltung unserer Kultur und unserer Vereine in den Städten und Gemeinden."

Mitglieder ausgezeichnet

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Müller meinte, dass es vor 20 Jahren noch einfacher gewesen sei, Menschen zu finden, die sich für das Gemeinwohl eingebracht hätten. "Der Rückzug ins Private ist in Mode gekommen. Die Bevölkerungsgruppe der Jugendlichen vereinsamt in heimischen Wohn- oder Jugendzimmern, elektronisch aufgerüstet, so langsam vor sich hin." Heute liege die größte Herausforderung darin, junge Menschen zu finden, die sich dauerhaft begeistern ließen. Müllers Wahlspruch: "Lieber musizieren als randalieren."

Geehrt wurden folgende Musiker: Für fünf Jahre aktives Musizieren: Vincent Andrä (Posaune), Alina Gödel (Trompete). Für zehn Jahre aktives Musizieren: Tim Feuerpfeil (Schlagzeug), Katharina Lauer (Querflöte und Tenorsaxofon); 30 Jahre: Eva Woch (Saxofon); 50 Jahre: Norbert Krüger (Tuba und E-Bass).