Auf dem Neujahrsempfang der Herzogenauracher CSU sprach der stellvertretende Generalsekretär der Christsozialen und Münchner Landtagsabgeordnete, Markus Blume, über die zukünftigen Herausforderungen für den Freistaat und stimmte die Anwesenden auf das Landtagswahljahr ein.
Nach der Begrüßung durch Ortsvorsitzende Antje Körner sowie Grußworten von Bezirksrätin Ute Salzner und dem Bundestagsabgeordneten Stefan Müller freute sich Markus Blume sichtlich, in Herzogenaurach zu sein: "Stefan Müller und ich sind derzeit eigentlich nur mit Sozialdemokraten in Berlin eingesperrt, da ist so ein Neujahrsempfang bei Ihnen eine willkommene Abwechslung", sagte Blume augenzwinkernd. Müller und er waren sich einig, dass die Geduld der Menschen jetzt so langsam erschöpft sei und man in Berlin schnell zu einer notwendigen Regierungsbildung kommen müsse.


Ein Zitat von Franz-Josef Strauß

Der 42-jährige Markus Blume nahm ein Zitat von Franz-Josef Strauß zum Motto für seine Rede: "Dankbar rückwärts, mutig vorwärts und gläubig aufwärts." Dankbar rückwärts könne man schauen, so der stellvertretende Generalsekretär, denn dieses Jahr könne man 100 Jahre Freistaat Bayern feiern. Nicht nur habe man eine lebendige Demokratie in Bayern, auch 60 Jahre CSU-Regierung und die Arbeit vieler Generationen hätten den Freistaat zu einem überaus lebenswerten Land gemacht.
"98 Prozent leben gern in Bayern. Ich bin aber ständig auf der Suche nach den übrigen zwei Prozent, um mit Ihnen ein vertiefendes Gespräch zu führen", meinte Blume scherzhaft. Allerdings konnte er unter den 70 Gästen auch keinen finden, der lieber nicht in Bayern leben wolle. Bayern sei, das stehe schon in der Verfassung, ein Rechtsstaat, ein Kultur- und Sozialstaat.
Gerade aus diesen Begriffen merke man, dass in Bayern vieles funktioniere. In Bayern gebe es einen starken Rechtsstaat, der die Sicherheit seiner Bürger ernstnehme. Während in anderen Ländern Tradition und Moderne sich unversöhnlich gegenüberstehen würden, sei "Tracht und Hightech" eben gerade das, was die Menschen unter Bayern verstünden.
Man müsse aber eben für die Zukunft auch mutig vorwärts gehen, und wissen, wie man Dinge noch besser gestalten könne. Auch Risse in der Gesellschaft wolle man wieder zusammenführen. Dies machte der Münchner Abgeordnete an den neuen Vorschlägen des designierten Ministerpräsidenten Markus Söder deutlich: So wollen die Menschen einen starken Staat, der aber vielleicht manchmal an einigen Stellen stärker als an anderen sei.
"Wir dürfen niemandem das Gefühl geben, dass wir bei einem um 30 Zentimeter falsch gebauten Gartenhäuschen stärker hinschauen als bei Kriminalität, und auch bei Leuten, die unser Land eigentlich schon längst wieder verlassen müssten." Man müsse aber auch die wieder stärker in den Mittelpunkt stellen, die das Land am Laufen halten: Das sei der Unternehmer, genauso wie der Arbeitnehmer, der nebenher auch noch seine Eltern pflege oder Kinder großziehe.


Mehr Politik für alle

Diese Menschen wolle man etwa mit einem eigenen Landespflegegeld oder einem Baukindergeld in den Mittelpunkt stellen. Man brauche vielleicht auch wieder etwas mehr "Politik für alle als Ehe für alle", stellte Blume fest. Er war sich auch sicher, dass er mit Blick auf den evangelischen Pfarrer Oliver Schürrle und die Präsidentin der evangelischen Landessynode, Annekathrin Preidel, auch etwas zum Thema "gläubig aufwärts" sagen müsse. Er, selbst Mitglied der evangelischen Landessynode, sei überzeugt, dass es Dinge gebe, die selbst die Politik nicht in der Hand habe. "Wir dürfen den Menschen auch nicht vermitteln, dass die Politik allmächtig ist." red