Vier Tage lang wurde die Friedensstadt Osnabrück zum Mekka der Blasmusik: Die knapp 15 000 Musiker aus ganz Deutschland und darüber hinaus machten jener Stadt alle Ehre, in der 1648 der Westfälische Frieden und somit das Ende des 30-jährigen Krieges begründet wurde. Als Botschafter Forchheims bei diesem Mega-Ereignis, dem sechsten Deutschen Musikfest unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, war die Bläserphilharmonie des Musikvereins Forchheim-Buckenhofen vor Ort, in erster Linie, um sich dem spektakulären Rahmenprogramm hinzugeben.

Und dieses hatte es in sich: Die 36 Bühnen, 19 davon Open Air an zentralen Plätzen der Innenstadt, und 17 Bühnen in der Osnabrück-Halle, in Theatern, den Kirchen, dem Campus und diversen Ausstellungshallen boten alles auf, was das Blasmusikerherz höherschlagen lässt.

Schließlich brauchten 298 teilnehmende Spielmannszüge, Orchester und sonstige Spielgemeinschaften aus sämtlichen Mitgliedsverbänden des Bundesverbandes Deutscher Musikverbände viel Platz, um sich den geschätzten 150 000 Gästen musikalisch vorzustellen. Dazu fanden an allen Tagen Meisterschaften und Wettbewerbe in unterschiedlichsten Kategorien statt. Vom Bläserklassen-Wertbewerb der Allerjüngsten über Wertungsspiele in der konzertanten und traditionellen Blasmusik bis hin zur Königsdisziplin, dem Konzert-Wettbewerb der sinfonischen Blasorchester, maßen sich zahlreiche weitere namhafte Ensembles. Aus insgesamt 20 angehenden Dirigenten wurden in einem Wettbewerb die drei Preisträger ermittelt und am Abschlusstag im Rahmen einer Preisträger-Gala in der Osnabrück-Halle gekürt. Das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Johann Mösenbichler umrahmte diese Gala, an welcher auch die Musiker der Bläserphilharmonie Forchheim die Ehre hatten teilzunehmen. Nachdem zunächst die Platzierungen aller anderen Wettbewerbe ausgerufen worden waren, war die Anspannung kaum noch zu ertragen, ehe endlich die insgesamt 13 Teilnehmer der Konzert-Leistungsklassen 4 und 5 aufgerufen wurden. Von "hinten nach vorne" wurden die Urkunden verteilt und mit jedem fremden Namen, der zu hören war, wuchs die Hoffnung auf einem der vorderen Plätze, vielleicht auch auf einem Platz auf dem "Stockerl".

Doch bei Platz 4 hörten die 70 Forchheimer Reiseteilnehmer den Namen Bläserphilharmonie Forchheim, was erst einmal zu einer gewissen Ernüchterung führte. Doch Vorstandsvorsitzender Bernd Froese machte in einer emotionalen Ansprache deutlich, was es heißt, aus eigener Kraft und ohne einen großen kommunalen Rückhalt, mit Leidenschaft und Begeisterung sich in die Spitze der deutschen Amateur-Blasmusikszene zu spielen.

Gewonnen hat den Wettbewerb das Jugendorchester der Musikschule Havixbeck aus dem Bezirk Münster. Gewonnen hat aber vor allem der Gemeinschaftsgeist und jeder einzelne Forchheimer Reiseteilnehmer, denn die Erlebnisse und Eindrücke bleiben auf jeden Fall unvergesslich und unbezahlbar. red