von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Adelsdorf — Eine Gitarre, die er überall hin mitnehmen kann, bekam Landrat a.D. Eberhard Irlinger (SPD) in Adelsdorf von Christoph Maier überreicht. "Die kannst Du mit in den Urlaub nehmen und notfalls unter der Jacke verstecken", meinte der Vorsitzende des Musikrates Erlangen-Höchstadt bei der Übergabe.
Die Vorsitzenden der Musik- und Gesangvereine trafen sich zu ihrer jährlichen Sitzung im Landhotel "3 Kronen" in Adelsdorf. Um sich bei dem langjährigen Landrat und bekennenden Freund der Musik und des Gesangs zu bedanken, wurde Irlinger als Ehrengast eingeladen. "Eberhard Irlinger hat die Anliegen des Musikrates immer unterstützt, dafür sind wir sehr dankbar, in seiner Amtszeit tat sich kulturell sehr viel im Landkreis", erklärte Maier in seiner kurzen Laudatio.

Kosten der Vereine steigen

Die Tagungen dienen neben einer Zusammenkunft der Vereinsvorsitzenden vor allem auch dem Informationsaustausch und der Diskussion. Hans Wormser, Geschäftsführer des Musikrates, wies darauf hin, dass bei den Vereinen die Kosten enorm gestiegen seien, und er hofft, dass der neue Landrat Alexander Tritthart (CSU) ein ebenso offenes Ohr für die Belange der Vereine habe, wie es sein Vorgänger hatte.
"Dazu und zum G8 muss eine Grundsatzdiskussion geführt werden", sagt Wormser und fordert den ehemaligen Landtagsabgeordneten Maier auf, in München vorstellig zu werden. Dass das G8 den Vereinen schade und sich negativ auswirke, sei aus vielen Musikvereinen zu hören. So wird bei den Vereinen der Nachwuchsmangel immer mehr sicht- und spürbar. Gerade bei den Chören drohe in vielen Fällen eine Überalterung. Im Sängerkreis Erlangen-Forchheim hätten einige Vereine bereits aufgegeben, andere könnten nur durch Fusionen weiter aktiv bleiben, berichtete Sängerkreis-Vorsitzender Norbert Mischke.
Der Musikrat will deshalb auf die Politik einwirken, den kulturellen Aspekt etwas weiter nach vorne zu rücken. Immerhin sind im Landkreis Erlangen-Höchstadt 24 Musikvereine und Spielmannszüge mit 1800 Musikern im Nordbayerischen Musikbund organisiert, davon rund 750 unter 13 Jahre. Dem Sängerbund gehören etwa 4500 Sänger in 150 Vereinen an. Die Musik- und Gesangvereine gehören zum kulturellen Leben der Gemeinden, und den "Sonntagsreden" der Politiker bei Jubiläen und Festen müssten jetzt auch Taten folgen, kritisierte Hans Wormser.