Mit ihrem neuen Programm "Femmes fatales" brachten die Kabarettistin Lizzy Aumeier und ihr Damensalonorchester am Samstagabend den Kaisersaal in Banz zum Brodeln. Die Oberpfälzerin ist bekannt für ihre Schlagfertigkeit und den spontanen Austausch mit dem männlichen Publikum.
Das mussten auch einige Besucher aus der ersten Reihe erfahren. Es ging um den Frauentypus der Femme fatale, die mit magisch-dämonischen Zügen Männer manipuliert und auf "fatale" Weise ins Unglück stürzt. Und glaubt man Lizzy Aumeier, kann jede Frau spannend, kriminell und gefährlich sein. Wer die Kabarettistin kennt, weiß, dass sie keine Facette des Themas außen vor lässt. So erfährt das Publikum, dass weibliche Verführungskünste mit fatalen Folgen auch in der Tierwelt keine Seltenheit sei. Manch weibliches Insekt verspeist ihren Partner noch während des Geschlechtsaktes. Dann wieder gibt es Arten wie Graugänse, Pinguine, Elefanten, Seepferdchen und Männer über 80 Jahren, die ihren Partnerinnen ein Leben lang treu bleiben.
Zur Eroberung eines Weibchens sendet manch eine Spezies starke Sexualstoffe aus. Ob allerdings Männer nach dem Schlachtschüsselessen auf der Couch auch Balzstoffe entwickeln, bleibt dahingestellt.


Exzellente Konzertmusik

Auch musikalisch haben Svetlana Klimova an der Solovioline, Irene von Fritsch am Violoncello, Gaby Athmann an der Flöte, Alice Graf und vor allem Lizzy Aumeier am Kontrabass einiges an exzellenter Konzertmusik zu bieten. Bei einem temperamentvoll vorgetragenen "Can-can" hätten vermutlich auch die Stuck-Putten an der barocken Decke des Banzer Kaisersaals mitgetanzt, wäre es ihnen möglich gewesen.
Offenbar scheinen sich Frauen nichts mehr zu wünschen als Komplimente und romantische Liebesbezeugungen. Wie diese aussehen könnten, auch dazu hatten die fünf Damen einige Beispiele parat. Ob allerdings alle Frauen dahinschmelzen würden wenn "Mann" schmachtend erklärt: "Ich möchte als Träne in deinen Augen geboren werden, um dann später auf deinen Lippen zu sterben", bleibt dahingestellt.
Wie dem auch sei. Die Gesundheit wird nach Ansicht von Lizzy Aumeier total überbewertet. Auch auf der Titanic seien alle gesund gewesen, erfährt das Publikum. Eine weitere Erkenntnis des Abends, dass ein richtig guter Sex erst dann einer ist, wenn danach sogar die Nachbarn eine rauchen. Das dümmste Tier sollte eigentlich der Affe werden, doch dann kam der Mann dazwischen.
Normalerweise bestreiten Lizzy Aumeier und ihr Damensalonorchester das Programm alleine. Am Samstagabend meldet sich gegen Ende des ersten Teils schüchtern ein Mann zu Wort.


Sigmund Freud dabei

Es ist kein geringerer als Sigmund Freud (Lizzys Ehemann Andreas Stock), der Begründer der Psychoanalyse. Von ihm erfahren die Damen, dass die Hölle der Frauen das Älterwerden und die Kunst ein Ausweg bei sexuellen Problemen sei. Freud wird kurzerhand der Bühne verwiesen.
Nach der Pause geben sich die Loreley, Mata Hari, Marie Antoinette, Carmen und Marlene Dietrich ein Stelldichein. Zu ihrer Zeit die Verkörperung der Femme fatale. Auch mit ihnen setzen sich "Lizzy und die weißen Lilien" frech und unverfroren auseinander. Die wirkliche Wahrheit über Mata Hari, die im realen Leben Margaretha Geertruida Zelle hieß, wird ohnehin erst 2017 ans Tageslicht kommen. Marie Antoinette musste bekanntlich schon als 14-Jährige das Elternhaus verlassen. "Mit 14 noch Jungfrau, das passiert in der Oberpfalz nicht", kommentierte dies Lizzy Aumeier. Den ganzen Tag auf einem Felsen sitzen und sich die Haare kämmen, kann auf Dauer auch ganz schön langweilig werden. Sie sollte es mal zu Abwechslung in Österreich probieren, riet Siegmund Freud. Auch da gebe es Berge zum Rumsitzen. Interessantes war zum Thema Emanzipation zu hören. Emanzipation in der Oberpfalz ist, wenn Frauen zwar nicht so gut kochen können wie ihre Mütter, dafür aber saufen wie die Väter.


Viel Applaus und Zugaben

Lizzy Aumeier und ihr Damensalonorchester haben am Samstagabend einmal mehr das heimische Publikum begeistert. Dafür gab es frenetischen Applaus, der mit einigen Zugaben belohnt wurde.