Das Jahr 2017 steht in besonderer Weise im Zeichen des Gedenkens an 500
Jahre Reformation - auch in der Musik. Unter der Leitung von Stadtkantor Burkhard Ascherl werden die Kantorei Bad Kissingen und der Münsterchor Herford am Sonntag, 26. November um 16 Uhr im Bad Kissinger Regentenbau zusammen mit der Thüringen Philharmonie Gotha und den Solisten Ruth Gerhard-Liebscher (Sopran), Stefanie Rhaue (Mezzosopran), Siyabonga Maqungo (Tenor) und Roland Hartmann (Bass) konzertieren.
Auf dem Programm stehen neben Otto Nicolais Festouvertüre "Ein feste Burg", Felix Mendelssohns Reformationssinfonie und Anton Bruckners Te
Deum. Die in Italien entstandene kirchliche Festouvertüre "Ein feste Burg" wurde anlässlich von Nicolais Amtsantritts als Opernkapellmeister in Wien am 26. Juni 1837 erstmals aufgeführt. Nicolai deutet das Geschehen der Reformation, indem er in seiner Ouvertüre das neue, eher homophone evangelische Kirchenlied Luthers der kontrapunktisch-polyphonen Tradition der alten, eher "katholischen" Kirchenmusik gegenüberstellt: Was zunächst gegeneinander steht, wird zum Schluss zusammengeführt und mit einem gemeinsamen Kirchenschluss gekrönt: ein deutliches "ökumenisches" Statement also. In seiner Reformationssinfonie zeigt Felix Mendelssohn, dass der Durchbruch des Neuen in Luthers reformatorischem Wirken nicht auf die Zerstörung des alten Glaubens, sondern auf seine Wiederherstellung und Erneuerung abzielte. Sie wurde im Jahre 1830 zum 300. Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses komponiert, allerdings erst zwei Jahre später unter Mendelssohns Leitung am 15. November 1832 in Berlin mit großem Erfolg uraufgeführt. Anton Bruckners Te Deum, uraufgeführt 1885/1886 in Wien, markiert mit der gleichzeitig entstandenen 7. Symphonie einen Höhepunkt in dessen Leben und Schaffen. Zum ersten Mal hatte Bruckner Erfolg: Das Te Deum wurde sein meistaufgeführtes Stück.
Karten: Tourist-Info, Tel.: 0971/804 84 44 oder kissingen-ticket@badkissingen.de red