Bis zum Jahre 2017 kümmerte sich das Bestattungsunternehmen Krässe im Auftrag der Stadt Ludwigsstadt um die städtischen Friedhöfe, indem es etwa die Gräber aushob und verschloss. Doch diese Monopolstellung wurde vor zwei Jahren aufgehoben. Wie der Friedhofsbeauftragte Thomas Rebhan in der Stadtratssitzung erklärte, können die Angehörigen von Verstorbenen seitdem frei unter den fünf zugelassenen Bestattungsunternehmen wählen. "Das ist vielen Bürgern aber nicht bekannt. Viele meinen, den Krässe nehmen zu müssen", so Rebhan. Er wies darauf hin, dass es Unterschiede bezüglich der Betreuung und Preise bei den Bestattungsunternehmern gibt. Er riet daher den Angehörigen zum Vergleich.

Für unsere Redaktion war dies ein Anlass nachzufragen, wie es in anderen Kommunen mit der Monopolstellung im gemeindlichen Friedhofswesen aussieht. Wie Torsten Michel von der Marktgemeinde Küps erklärte, habe die Gemeinde einen Vertrag mit einem Bestatter, nämlich mit der Firma Götz. Diese ist zuständig für alle gemeindlichen Friedhöfe, wenn es um die Grabvorbereitung und -nachbearbeitung geht. "Wir wollen nicht jeden auf dem Friedhof herumlaufen lassen!". Er spricht von Ortskenntnissen und davon, dass die Gefahr, beim Aushub Nachbargräber zu beschädigen, geringer sei, als wenn mehrere Bestatter diese Aufgaben bewältigen. Die Rechnungen stellt das Bestattungsunternehmen an die Gemeinde und diese gibt sie 1:1 an die Angehörigen weiter.

"Der richtige Weg"

Auch in der Gemeinde Steinbach am Wald gibt es eine Monopolstellung durch das Bestattungsunternehmen Krässe. "Wir sind zufrieden und es ist der richtige Weg", ist Bürgermeister Thomas Löffler überzeugt. Er wies darauf hin, dass dieses Unternehmen bei der Ausschreibung das günstigste war. Und davon würden auch die Angehörigen profitieren. Abgerechnet werden die Leistungen durch die Gemeinde, die diese wiederum den Hinterbliebenen in Rechnung stellt. "Bei uns sind mehrere Bestatter zugelassen", erklärt der Mitwitzer Bürgermeister Hans-Peter Laschka. Die Angehörigen können ihre Bestatter für die Grabvorbereitungsarbeiten frei wählen. "Wir haben damit absolut kein Problem. Beschädigungen gab es bisher nicht!"

Den Worten des Geschäftsleiters Thomas Weber zufolge, sind auf den städtischen Friedhöfen in Teuschnitz alle Bestatter des Landkreises zugelassen. Die Leistungen werden mit der Stadt abrechnet. Für gleiche Leistungen gibt es einen Einheitspreis, der in den Friedhofsgebühren festgelegt ist. "Wir sehen das locker!", erklärt der Pressiger Bürgermeister Hans Pietz. Sein Marktgemeinderat hat vor einigen Jahren, nicht zuletzt auf Wunsch der Bürger, die Monopolstellung für einen Bestatter aufgelöst. Die Regularien und auch die Örtlichkeiten sind den Bestattern bekannt, abgerechnet wird nach den Friedhofsgebühren. "Wir fahren gut damit!"

Auch in Stockheim gibt es keine Monopolstellung. Wie die Friedhofsbeauftragte Julia Wilcek erklärte, können die Angehörigen zwischen den vier zugelassenen Bestattern wählen. Es gebe einen Friedhofsplan, an dem sich die beauftragten Bestatter orientieren. "Das System funktioniert und es gibt keine Probleme"."Wir haben zwar einen Vertrag mit dem Bestattungsinstitut Pabstmann, aber durchaus können auch andere auf Wunsch von Angehörigen den Grabaushub vornehmen, so Wolfgang Förtsch aus Wilhelmsthal. Die Firma Pabstmann und auch die Gemeinde respektieren den Wunsch der Hinterbliebenen. Auch die Tettauer können den Bestatter frei wählen, was Grabvorbereitung und -schließung betrifft. "Bei uns gibt es keinen Hofbestatter", so Bürgermeister Peter Ebertsch.

Wallenfels setzt den Bauhof ein

In Wallenfels dagegen gibt es weder eine Monopolstellung, noch mehrere Bestattungsunternehmen. "Bei uns werden die gemeindlichen Aufgaben bei einer Bestattung durch Mitarbeiter des Bauhofs erledigt", so die Friedhofsbeauftragte Elisabeth Stadelmann. vs