Bernhard Panzer Wer eine Reise tut, kann gar viel erzählen. Und er kann viel erleben und beobachten: Phantastisches, Unerwartetes, Erstaunliches. Auf all das hat sich der Blick von Peter Rex geschärft, der seit gut drei Jahrzehnten durch viele Länder dieser Erde gereist ist, die Kamera immer griffbereit. Mehr als ein halbes Dutzend Fotoausstellungen sind so bereits entstanden, eine davon ist noch bis zum 11. Januar in der Fachklinik Herzogenaurach zu sehen.

Im Rondell im ersten Obergeschoss präsentiert der pensionierte Lehrer aus Erlangen 33 Fotografien im Großformat. Und damit nur eine kleine Auswahl von vielen Momentaufnahmen, die in den vergangenen sechs Jahren in mehreren Ländern entstanden sind. Rex war unterwegs in Marokko oder Indonesien, in Georgien und Armenien und im Baltikum. Aber auch in Rom sind ihm Schnappschüsse gelungen, die das Thema der Ausstellung treffend widerspiegeln.

Träumereien

Dieses nennt sich "Träumereien unterwegs...". Es sind auf den ersten Blick freundliche Aufnahmen einer harmonischen Welt, mit angenehmen Farben und Bildern, die zum Verweilen einladen. "Man soll sich in die Bilder hineinträumen", sagt der 68-Jährige. Auf schwere Inhalte hat er verzichtet, "das ist kein Stoff für eine Klinik." Der Betrachter wird auch keine blutrote Farbe finden, das wäre "ein No go", wie der Künstler meint. Stattdessen setzt er auf ruhige, angenehme Farben.

Da ist zum Beispiel der Vulkan, der im Morgenlicht grüßt - groß und erhaben, hinter Nebelschwaden. Da ist ein Schwefelsee in Äthiopien, am tiefsten Punkt Afrikas. Dort fließt knapp unter der Oberfläche Lava, wie Rex berichtet, was die Mineralien aufsteigen lässt. So ansehnlich das weiche Gelb des Bildes ist, so gefährlich ist das Motiv doch auch: "Das Wasser ist extrem sauer", berichtet der Fotograf. "Wenn man einen Schuh hinein hält, frisst es die Sohle weg."

Doch die Gefahren der Natur sieht man nicht, für das Auge bleiben Träumereien. Wie das Klischeebild von der Wüste in Marokko, in die eine verschwindend klein wirkende Gruppe von Kamelreitern hineinspaziert. Rex: "Man möchte am liebsten mit."

Freilich kann Peter Rex auch anders. Der Studiendirektor, der am Gymnasium Fridericianum in Erlangen Deutsch, Geschichte und Sozialkunde unterrichtete, fotografiert gerne Menschen, mag die Sozialfotografie, wie er sagt. Beispielsweise spüre er Völkern hinterher, die ihre Kultur verlieren.

Keine Tellerlippen-Frauen

Aber Fotos von den "Tellerlippen-Frauen" wären für diese Ausstellung schlicht ungeeignet. Da sind es eher die lieblichen Motive, wie das schaukelnde Paar unter einer Brücke in Vilnius mit Unmengen von Liebesschlössern, oder die romantische Aufnahme von einem an einem Fluss stehenden Flügel. Man möchte prompt Schumanns Träumereien lauschen.

Peter Rex sieht seine Fotos auch als Anregung für andere. "Man kann solche Bilder auch mit dem Smartphone machen", sagt er. Es ist weniger die technische Umsetzung als vielmehr das Auge, das die Momentaufnahme ausmacht. Man muss es sehen und man muss zur richtigen Zeit da sein. Die schönsten Motive finden sich abseits der Pfade.

So hat Rex seit den 80er Jahren viele Länder Afrikas, Asiens und Europas bereist, überwiegend Indien, Äthiopien und Marokko. Ihn begeistern Menschen, Landschaft und Farbenpracht immer wieder von Neuem, heißt es in der Pressemitteilung zur Ausstellung. Dabei entstehen eben auch Bilder von echten Sehnsuchtsorten, so wie in der jetzigen Ausstellung, aber auch Momentaufnahmen von kuriosen Szenen.

Korrektur

In den Bericht zur Vernissage hat sich übrigens ein Fehler eingeschlichen. Hier wurde versehentlich auch eine andere Ausstellung beschrieben.