Sein neu gekauftes Mofa brachte einem 19-jährigen Mann aus dem Maintal kein Glück, sondern eine Vorladung vor das Jugendgericht des Amtsgerichts in Haßfurt. Dort musste sich der Heranwachsende am Montagnachmittag wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten.


Zweirad fiel auf

Am 23. Mai dieses Jahres fuhr er mit seinem Kleinkraftrad mit deutlich mehr als den erlaubten 25 Stundenkilometern durch Zeil und erweckte dabei die Aufmerksamkeit einer entgegenkommenden Polizeistreife. Die Beamten kehrten um, um nach dem Zweiradlenker Ausschau zu halten, und wurden schnell fündig. In der Stadtmitte von Zeil fuhr der 19-Jährige in Richtung Haßfurt. Die Polizisten verfolgten den Mofafahrer mit rund 50 Metern Abstand. Die Tachoscheibe habe dabei eine Geschwindigkeit von 50 bis 55 Stundenkilometern angezeigt, sagte der ermittelnde Polizeibeamte im Zeugenstand.
Als der 19-Jährige seine Verfolger in Uniform bemerkte, verlangsamte er auf der Krumer Straße das Tempo. Die Beamten hielten den Schnellfahrer an und informierten ihn, dass er mit der Mofa-Prüfbescheinigung als Nummernschild nur 25 "Sachen" fahren dürfe. Da er deutlich schneller unterwegs war, bräuchte er einen Führerschein, den der 19-Jährige jedoch nicht besaß. Die Beamten stellten das offenbar manipulierte Gefährt sicher und erstatteten Anzeige.
Vor Gericht sagte der Angeklagte, dass er das Mofa erst zwei Tage zuvor gekauft habe und das erste Mal damit unterwegs sei. Mittlerweile habe er das Zweirad verkauft.
Der Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich erläuterte, der Angeklagte habe nach eigener Aussage bereits einen Termin zur Drosselung des Mofas gehabt. Die Haßfurter Polizei sei dafür bekannt, dass sie derartige Verkehrsdelikte minutiös verfolge. Die strafrechtlichen Konsequenzen seien oft nicht so schlimm wie die Auseinandersetzung mit der Verkehrsbehörde. Denn die erhalte von der Polizei eine Benachrichtigung über die Namen der Verkehrssünder, die dann wiederum Schwierigkeiten bei dem Erhalt der Fahrerlaubnis bekommen können - mit eventuell weitreichenden Folgen bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes.
Noch komplizierter kann es werden - mit weitaus gravierenderen Folgen -, wenn mit einem "frisierten" Zweirad ein Verkehrsunfall passiert. Dann spielen auch noch versicherungstechnische Fragen eine Rolle.


Glimpflich davongekommen

Die strafrechtlichen Folgen bleiben in dem konkreten Fall für den 19-Jährigen überschaubar: Da er im Verkehrszentralregister keine Eintragung hat und die zwei Einträge im Bundeszentralregister nur geringfügiger Natur sind, stellte Richterin Ilona Conver das vereinfachte Verfahren (ohne Staatsanwalt) ein. Als Auflage muss der junge Angeklagte zehn Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.