Für rund 1,51 Millionen Euro hat die Stadt Haßfurt im Siedlungsgebiet "Osterfeld II" eine neue Kinderkrippe mit 36 Betreuungsplätzen errichtet, die bereits im Februar dieses Jahres bezogen worden ist. Am Samstag fand die offizielle Einweihung statt, bei der die Pfarrer Stephan Eschenbacher und Gerhard Barfuß die Räume und die darin arbeitenden und lebenden Menschen segneten. Der Ehrenbürger der Stadt, Albert Meyer, nutzte die Gelegenheit, für die neue Einrichtung 500 Euro zu spenden.
"Der Bedarf für diese Krippenplätze ist gegeben, und die Verwaltung der Stadt Haßfurt und der Stadtrat haben mit ihrer Entscheidung für den Neubau einer städtischen Kinderkrippe wieder einmal deutlich unterstrichen, dass Haßfurt eine kinder- und familienfreundliche Stadt ist", stellte Bürgermeister Günther Werner vor vielen Gästen fest. Mit dem Bau der Kinderkrippe schaffe man eine gute Grundlage für die Gegenwart und Zukunft der Stadt, die dadurch an Attraktivität und Anziehungskraft gewonnen habe. "Wenn junge Paare, wenn Familien, hier ihre Zukunft sehen, dann hat auch unsere Stadt Zukunft", sagte Werner. Man sei auch in der glücklichen Situation, wieder freie Krippenplätze anbieten zu können. Derzeit gebe es im Stadtgebiet 460 Kindergartenplätze und 122 Krippenplätze. 65 Prozent der Kinder unter drei Jahren werden in einer Einrichtung betreut. Wie der Bürgermeister betonte, ergänze und unterstütze eine Krippe die Familie, deren Bedeutung bestehen bleibe.
Für den Architekten Peter Giessegi war die Einweihung der Krippe eine Freude. "Es ist dem Zusammenspiel aller zu verdanken, dass sie nach zehn Monaten Bauzeit bezogen werden konnte", sagte er. Ziel war es, diese Krippe handwerklich und architektonisch überzeugend zu bauen. "Wir haben das Dach extensiv begrünt, so dass das Kanalsystem entlastet wird und ein zusätzlicher Hitzeschutz gegeben ist. Wir beziehen die Wärme aus der städtischen Nahwärmeversorgung und haben dezentrale Lüftungsgeräte eingebaut, so dass die Lüftungswärmeverluste reduziert und eine gleichbleibende Luftqualität sichergestellt ist", erläuterte er. Seine Grundidee: Die drei Gruppen für jeweils zwölf Kinder bilden jede für sich eine Einheit aus Gruppenraum, Ruhe- und Sanitärraum und einer kleinen überdachten Terrasse.


Zentrale Mitte

Diese Einheiten sind um den zentralen Mehrzweckbereich angeordnet, der Platz zum Bringen und Holen sowie zum Aus- und Anziehen der Kinder, zum Spielen und für Veranstaltungen bietet. Ein diffuses Licht von oben bringt eine gleichmäßige, ruhige Lichtverteilung. Die Fenster können zum Lüften geöffnet werden. Farben und Materialien bilden eine heitere helle Stimmung. Die Kinder können farbige Akzente mit ihren Bildern setzen. Im Außenbereich steht den Kindern neben den Spielgeräten ein sehr großer Sandkasten unter einem Sonnensegel zur Verfügung. "Ordentliche" Bäume spenden jetzt schon genügend Schatten. Am Ende dankte auch Peter Giessegi allen Beteiligten; vor allem seinen Kindern "für die vielen Ideen und Anregungen, wie man für Kinder planen sollte!"
Pfarrer Gerhard Barfuß, der mit Pfarrer Stephan Eschenbacher die Segnung vornahm, betonte: "Sie können alle stolz auf diese Kinderkrippe sein. Denn sie ist in Gemeinschaft entstanden und dient der Gemeinschaft. Als Christen sind wir Gemeinschaft vor Gott und er möchte, dass wir in Gemeinschaft handeln." Pfarrer Eschenbacher, der das Evangelium von der Kindersegnung verlas, sagte: "So wie Jesus die Kinder segnete, soll er auch diese Einrichtung und die Menschen, die sich hier aufhalten und hier arbeiten, segnen." Pfarrer Barfuß überreichte der Leiterin der Krippe, Petra Mühlfeld, ein mit Szenen aus dem Alltagsleben bemaltes Kreuz aus El Salvador mit den Worten: "Das Kreuz ist nicht das Symbol des Todes, sondern des nicht umzubringenden Lebens!"
Albert Meyer, 92-jähriger Ehrenbürger der Stadt Haßfurt, bezeichnete die Feier als "schönes Erlebnis". Der offizielle Teil wurde von Katharina Ruff (Gesang, Gitarre) und Pascal Meierhofer (Gitarre) musikalisch umrahmt.