Kurz vor Schluss wurde die an sich unspektakuläre Sitzung des Mittelschulverbands Neuenmarkt-Wirsberg hoch emotional. Vorsitzender Siegfried Decker nahm die Kritik des IT-Beauftragten Stefan Mohr an der Ausstattung der digitalen Klassenzimmer persönlich. Rektor Mathias Liebig wollte sogar die Zusammenkunft verlassen.

Mit einer erfreulichen Nachricht hatte Decker die Sitzung eröffnet. So werde die staatliche Wirtschaftsschule im kommenden Schuljahr wieder eine siebte Klasse haben.

Ordentliche Förderung

Dann gab der Vorsitzende einen aktuellen Sachstand zum "Digitalen Klassenzimmer". Der Glasfaseranschluss ermögliche ein Hochleistungsinternet, der Auftrag für die nötigen Beamer sei für 50 000 Euro an die Firma Wanderer aus Neuenmarkt vergeben worden. Weitere 30 000 Euro seien im Haushalt 2019 eingestellt. Der Schulverband erhält laut Decker eine Förderung von 21 453 Euro.

Siegfried Decker kündigte ein Medienkonzept für die Schule an: "Wir werden auf jeden Fall dran bleiben. Unsere Schüler sollen die bestmögliche Bildung erhalten. Deshalb sorgen wir für einen guten digitalen Standard und eine zeitgemäße, gehobene Infrastruktur. Das digitale Klassenzimmer kann kommen."

Für den Wirsberger Bürgermeister Hermann Anselstetter bedeutet das "Digitale Klassenzimmer" einen Quantensprung, der eine gemeinsame Bedarfsplanung und ein schuleigenes Konzept notwendig mache. Es gehe aber auch um die Fortbildung der Lehrkräfte und die Systembetreuung. Die finanzielle Tragweite sei immens. Aus pädagogischer Sicht werde es eine "kleine "Revolution" geben.

IT-Beauftragter Stefan Mohr stellte hingegen fest, dass sich die Schule Neuenmarkt-Wirsberg mit ihrer digitalen Ausstattung derzeit "definitiv im Hintertreffen" gegenüber anderen Schulen im Landkreis befindet. So laufe man der Anschaffung von Kameras und Beamern für die einzelnen Klassenzimmer seit zwei Jahren hinterher, für die "Digitalen Klassenzimmer" fehle die Hardware. Siegfried Decker reagierte scharf: "Sagen Sie, was Sie wollen. Mich und die Verwaltung derart in Misskredit zu bringen, weise ich auf das Schärfste zurück. Ich lasse mir das nicht vorhalten."

Anselstetter: "Ein Pionier"

Hermann Anselstetter brach indes eine Lanze für Stefan Mohr: "Es ist über Gebühr bewundernswert, was er macht. Er ist ein Pionier auf diesem Gebiet." Die weitere Aussprache zu diesem Punkt verwies der Vorsitzende in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Vergeben wurde in der Sitzung die Verdunkelung im Phsyikraum der Verbandsschule. Die Kosten belaufen sich auf 4212 Euro, den Auftrag erhielt die Firma Gebhardt aus Weidenberg.

Auch die Bauleistungen für die bevorstehende energetische Sanierung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsanlagen in der Dreifachturnhalle wurden vergeben. Die Zuschläge erhielten das Architekturbüro Drenske aus Kulmbach (Projektant), das Büro Wiegel aus Kulmbach (Haustechnik) und das Büro EPlan aus Kulmbach (Elektrotechnik).

Die Gesamtkosten werden auf 640 500 Euro geschätzt. Der bereits vorliegende Bewilligungsbescheid der Regierung von Oberfranken beläuft sich auf 483 000 Euro. "Es war nicht ganz einfach, bei der Förderung zum Zuge zu kommen, aber es ist uns gelungen, das Projekt mit unterzubringen. Darüber freuen wir uns sehr", sagte Siegfried Decker.

Mit den Arbeiten soll im März nächsten Jahres begonnen werden. Mit der Fertigstellung wird für Oktober 2020 gerechnet.

Die Strombeschaffung für den Mittelschulverband Neuenmarkt-Wirsberg wird ab dem 1. Januar 2020 teurer. Die Kilowattstunde kostete beim bisherigen Lieferanten, den Stadtwerken Burg, 2,313 Cent. Künftig beträgt sie bei "eins energie in Sachsen" aus Chemnitz, 4,702 Cent.