Die Feuerwehr Haßfurt stellt im Zuge der Umsetzung des Wechselladerkonzeptes demnächst einen neuen sogenannten Abrollbehälter Strom/Licht in Dienst. Dieser Abrollbehälter - darunter versteht man auswechselbare Container für eine Zugmaschine - ersetzt einen Lichtmastanhänger aus dem Jahr 1967. Er soll künftig die Notstromversorgung des Gerätehauses sicherstellen und kann auch zur Stromversorgung und Ausleuchtung externer Einsatzstellen eingesetzt werden. Der Abrollbehälter konnte vor kurzem beim Hersteller abgeholt und nach Haßfurt überführt werden.

Konzipiert wurde er so, dass damit möglichst viele Einsatzbereiche abgedeckt werden können. Seine wichtigste Aufgabe ist es jedoch, das komplette Feuerwehrgerätehaus Haßfurt im Falle eines Stromausfalls mit Strom zu versorgen. Sein 100 kVA starkes Aggregat ermöglicht einen uneingeschränkten Betrieb des Gebäudes inklusive Funk- und Telekommunikationseinrichtungen, Heizung, Beleuchtung, Torsteuerungen und sämtlichen anderen elektronischen Geräten.

Mit dem 765 Liter fassenden Tank des AB kann das Gerätehaus (bei Volllast, also gleichzeitiger Benutzung sämtlicher Verbraucher) für ca. 30 Stunden komplett autark betrieben werden. Der bisherige Lichtmastanhänger konnte aufgrund seiner relativ geringen Leistung von 20 kVA nur einen kleinen Teil des Gerätehauses versorgen und das auch nur für etwa vier Stunden.

Länger einsatzbereit

Durch den neuen AB bleibt die Feuerwehr im Falle eines länger anhaltenden Stromausfalls nun deutlich länger einsatzbereit. Das Gerätehaus kann in einer solchen Extremsituation nun die Funktion eines "Leuchtturms", also einer funktionstüchtigen, beleuchteten, beheizten Anlaufstelle für die Bevölkerung wahrnehmen.

Um einen Stromausfall automatisch zu erkennen, wurde der Behälter mit einer Notstromautomatik ausgestattet. Dadurch ist bereits ca. 15 Sekunden nach dem Stromausfall die Versorgung wiederhergestellt.

Zur Überbrückung dieses Zeitraums sind sensible Gerätschaften wie Telekommunikation, Netzwerk, Funk, etc. bereits mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung für ca. 30 Minuten ausgestattet. Steht der Strom im öffentlichen Netz wieder zur Verfügung, erkennt es die Notstromautomatik ebenfalls und schaltet unterbrechungsfrei auf dieses zurück.

Der Abrollbehälter wird einen festen Stellplatz in der noch zu errichtenden Fahrzeughalle erhalten. Hier wird er fest an einer Abgasführung, Zu- und Abluft, sowie an das Stromnetz des Gebäudes angeschlossen.

Neben dem stationären Betrieb kann der Behälter auch zu Einsatzstellen außerhalb des Gerätehauses transportiert werden und Einsatzstellen mit großem Stromverbrauch allein versorgen. Darüber hinaus verfügt er über zahlreiche Beleuchtungseinrichtungen, wie einen ausfahrbaren Lichtmast und eine mobile LED-Großflächenleuchte. Damit eignet er sich auch für das großflächige Ausleuchten von Einsatzstellen. Auch die Sicherstellung einer Notbeleuchtung bei Großveranstaltungen der Stadt Haßfurt ist möglich.

Als weiterer Einsatzzweck besteht die Möglichkeit mit dem AB eine Noteinspeisung vorzunehmen - zum Beispiel bei einem Stromausfall in einem Teil des Stadtgebiets, der etwa beim Brand einer Trafostation denkbar wäre.

Bei der Vorstellung des neuen Behälters dankte die Kommandantin der Haßfurter Wehr, Julia Volpert, der Stadt für die Unterstützung des Wechselladerkonzepts. Auch die jetzt investierten ca. 160 000 Euro für den Behälter seien gut angelegtes Geld.

Bürgermeister Günther Werner bezeichnete die Beschaffung als "Meilenstein in der Umsetzung des Wechseladerkonzeptes". Und Stadtwerke-Chef Norbert Zösch sagte die volle Unterstützung bei Einsätzen zu, egal ob es um Wasser, Gas, Strom oder in diesem speziellen Fall um Gebäudeeinspeisungen gehe. "In Notfällen müssen wir alle an einem Strang ziehen und wissen, was zu tun ist."