Der ehemalige Kreisheimatpfleger Georg Knörlein aus Kirchehrenbach hat zum heimatgeschichtlichen Beitrag "Als Knechte verdingt wurden" (12. Februar) über ein altes Dienstbotenbuch einige korrigierende und ergänzende Anmerkungen zu machen.

So soll der katholische Pfarrer aus Leutenbach im 19. Jahrhundert Ställe in Mittelehrenbach ausgeräuchert und als Entgelt dafür eine Kuh gefordert haben, noch dazu von evangelischen Hofbesitzern. Ein Lehensbrief von 1793 gehe laut Aussage "in die Zeit zurück, als Bauern noch Leibeigene waren und dem Grundherren den Zehnt zahlen mussten". Dabei gab es, wie Knörlein erläutert, in Franken spätestens seit dem Mittelalter, wenn überhaupt, keine Leibeigenschaft.

Abgabe an die Kirche

Der Zehnte war ursprünglich eine Abgabe an die Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte auch in die Hände weltlicher Herren gelangen konnte. Von den Höfen in Mittelehrenbach waren zwar teilweise Getreideabgaben zu entrichten, die jedoch mit dem Zehnten nichts zu tun hatten.

Stutzig werden müsse man bei der Aussage, dass der Pfarrer eine Kuh als Entgelt für seine Dienstleistung des "Ausräucherns" erhalten haben soll. "Leider beruht die ganze Geschichte mit dem Stallausräuchern und den Kühen auf einem Nicht-mehr-Wissen über die alten Rechtsverhältnisse", erklärt Georg Knörlein.

Rauch- und Käsgelder

Die Rauch- und Käsgelder waren eine Abgabe vom Hof, die dessen Besitzer vor Jahrhunderten zum Unterhalt eines Pfarrers freiwillig gestiftet hatten. Sie wurde im Laufe der Zeit in Geld entrichtet. So hatte zum Beispiel der Müller in Mittelehrenbach 1728 jährlich neben den Abgaben an die Egloffsteinische Grundherrschaft dem Pfarrer zu Leutenbach drei Pfennig für den Rauch und drei Kreuzer für eine Kuh sowie dem dortigen Schulmeister eine Läutgarbe zu geben. "Mit Rauch wurde ein Wohngebäude bezeichnet, das beheizt wurde", verdeutlicht Knörlein. Gemessen an den grundherrschaftlichen Abgaben sei das Rauchgeld eine relativ kleine Abgabe. Der Käse wurde ursprünglich in natura von einer Kuh erhoben und später in Geld abgelöst.

Nicht wegen Konfession

Die Rauch- und Käsgelder reichen weit in die vorreformatorische Zeit zurück, haben also mit der späteren Konfession des Hofbesitzers nichts zu tun. Ursprünglich standen sie dem Pfarrer von Kirchehrenbach zu. Durch einen Vertrag der Geistlichen von Kirchehrenbach und Leutenbach erhielt sie Letzterer nach der Gründung der Pfarrei Leutenbach (1620) abgetreten. Da sie keine grundherrschaftlichen Abgaben waren, wurden sie auch 1848 nicht abgelöst.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Pfarrer von Kirchehrenbach auch Rauch- und Käsgelder von Reifenberger Höfen bezog. Laut Knörlein könne man heute daraus ersehen, wie viel Vieh gehalten wurde. red