Angst vor schlechten Noten, das tagtägliche Arbeitspensum nicht mehr zu schaffen, vor Krankheit und Tod eines geliebten Menschen - die Angst durchzieht alle Lebensbereiche, hat viele Gesichter. Der Evangelische Freundeskreis Hof (EFH) widmet sich in seinem aktuellen Konzertprogramm den vielfältigen Facetten des Themas, das ein Grundgefühl unserer Tage zu sein scheint. Mit tief berührenden musikalischen Glaubensbekenntnissen, Liedern und Erzählungen möchte der Chor mit Band Mut machen und seine Zuhörer zurück in die "ausgestreckten Arme Gottes" führen - ein Ansinnen, das in Kronach am Samstagabend auf überwältigenden Zuspruch in einer übervollen Christuskirche stieß.

Nahezu zwei Stunden lang ließen die Sänger und begleitende Musiker auf eine glaubwürdige, von Herzen kommende Art und Weise Lieder der Freude, Hoffnung, Zuversicht und des Geborgenseins in der Liebe Gottes erklingen. Wie von Zauberhand öffneten die Songs ganz unterschiedlicher Stilrichtungen die Herzen des Publikums, eine Atmosphäre der Gemeinschaft und der Harmonie machte sich breit.

Zwischen den Stücken erzählten die Chormitglieder in beeindruckend offener Weise aus ihren Leben und von ihren Schicksalen. Die Zuhörer zeigten sich tief bewegt beispielsweise von den Schilderungen einer Mutter, deren kleiner Sohn an einer unheilbaren Muskelerkrankung leidet, einer jungen Frau, deren Freund plötzlich erkrankte und starb sowie eines Mannes, der infolge des Drucks und schlechten Betriebsklimas am Arbeitsplatzes in eine tiefe Depression verfiel und arbeitsunfähig wurde.

Aber auch Menschen auf der Straße wurden nach ihren Ängsten befragt. Immer wieder wurde auch die Angst vor dem Tod eines nahestehenden Angehörigen genannt, während die befragten älteren Menschen große Angst vor Einsamkeit im Alter sowie vor Krankheiten und Schmerzen äußerten. Die Interviews wurden auf einer Großleinwand im Hintergrund des Chores gezeigt.

Sicher zeigte sich die Chorleiterin Heidrun Seiferth, dass sich die Menschen noch nie so heimatlos und ungeborgen gefühlt hätten wie in heutiger Zeit. Die Menschen suchten nach Orientierung; kehrten aber zugleich Gott immer mehr den Rücken, weil sie glaubten, alles alleine, ohne seine Hilfe, bewältigen zu können - ein Irrglaube, sei doch der Grund der heutigen Krise der Abfall der Menschen von Gott. Ihnen allen wolle der Freundeskreis Gottes frohe Botschaft der Hoffnung zurückbringen. hs