Seit mehr als 50 Jahren erinnert die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA) anlässlich des Holocaust-Gedenktages an die Verbrechen der Nationalsozialisten. So auch am gestrigen Sonntag.
"Nicht oft genug können wir an die unvorstellbar grausame Barbarei der Nationalsozialisten erinnern. Zumal auch heute die rechte Gewalt über AfD und Pegida bis weit in die bürgerliche Mitte hinein immer mehr zunimmt", warnte Günter Pierdzig, Vorsitzender der VVN/BdA Bamberg, im Rahmen der Gedenkfeier auf der Unteren Brücke. So würden rassistische Stammtischparolen inzwischen ebenso zum traurigen Alltag gehören wie welt- und deutschlandweite Sprengstoff- und Brandangriffe. Selbst Bamberg sei davon betroffen, als hier bei einer Razzia scharfe Waffen und Munition bei Angehörigen der Partei "Die Rechte" sichergestellt wurden, mit denen Anschläge geplant gewesen wären. Und auch für den 30. Januar sei aus dem rechten Lager eine Demonstration gegen Flüchtlinge und Überbevölkerung angemeldet. "Die wollen noch immer nicht kapieren, dass ihre 1000 Jahre bereits vor 71 Jahren zu Ende gegangen sind", so Pierdzig. Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) unterstrich, dass man auch gegenwärtig nicht die Augen verschließen dürfe, wenn Asylbewerberunterkünfte in Brand gesetzt oder am Stammtisch dumpfe Parolen geschwungen werden. "Der Blick zurück in die Geschichte lehrt uns, dass Frieden und Menschenrechte nur dann gewahrt werden, wenn es Menschen gibt, die für diese Werte eintreten und sie schützen. Wenn wir uns dies heute bewusst machen, können wir gar nicht anders, als die Erinnerung an die Opfer von damals wach zu halten. Und zu bekennen: nie wieder!", so Metzner.