Dass die Bergpredigt, wenn auch nur am Rande, zum Thema der Gemeinderatssitzung wurde, lag an Michael Neubert, dem Gründer der Initiative "Schützt das Lillachtal". Er möchte, dass die Gemeinde eine Marienkapelle baut. Aber nicht in Miniaturform, wie auf der Tagesordnung angegeben und von ihm moniert, sondern in kleinerer Nachbildung des Weißenoher Klosters.

Weißenohe ziehe mit dem Lillachtal jährlich immer mehr Wanderer an, um an den Lillinger Brunnen zu wandern. Der Standort für die Kapelle - das neu ausgewiesene Baugebiet Weber - lasse aufgrund des Berghangs mit geschützter Flora und Fauna die Schöpfung feiern und bringe unvermittelt die Bergpredigt in den Sinn.

Antrag gegen des Baugebiet

Den Gemeinderäten hingegen kam etwas anderes in den Sinn, stand im Antrag doch ebenso, dass die Gemeinde für die Errichtung der Kapelle direkt an der dort entspringenden Quelle alle anderen für dieses Gebiet vorhandenen Satzungen zur Bauleitplanung aufheben soll. "Nun sieht man, worum es wirklich geht - gegen das Baugebiet", sagte Bürgermeister Rudolf Braun (WGA).

Er sieht in dem Antrag mit dem Appell ans christliche Gewissen die letzte Möglichkeit des Antragsstellers, das Baugebiet zu verhindern. Man müsse schon viel Fantasie haben, eine kleinere Abbildung des Klosters in nur vierhundert Meter Luftlinie Entfernung zum Original zu errichten. Um die beantragte Kapelle zu erreichen, müssten die Wanderer den Berg hochlaufen. Dort verlaufe ohnehin ein Wanderweg, den nur wenige Wanderer im Jahr nutzen. "Den Weg geht kaum jemand", meinte Bürgermeister Braun, der es zudem eigenartig fand, dass die Gemeinde die Kapelle errichten solle. "Vor allem, wenn kein Finanzierungsvorschlag vorliegt", sagte Braun.

Fehlende Angaben

Wie groß die kleinere Abbildung des Klosters sein solle, war ebenfalls eine fehlende Angabe. "Wenn sie zehn Zentimeter hoch ist, bin ich dafür", meinte Heinrich Müller (UWG). Das christliche Anliegen begrüßte der Gemeinderat. Da jedoch durch den bestehenden Bebauungsplan und den übrigen Planungen zum Baugebiet bereits erhebliche Kosten entstanden sind und Dispositionen getroffen wurden, lehnte der Gemeinderat einstimmig ab.

Arbeitstrupp soll wieder helfen

Das Eschentriebsterben hört nicht auf. Jährlich würden kaputte Äste herausgeschnitten. Ein Gespräch mit dem Förster ergab, dass man nun mit Umpflanzungen beginnen solle. Den Naturpark-Arbeitstrupp des Vereins Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst will die Gemeinde deshalb für andere anstehende Maßnahmen wieder holen.

Ein Einsatztag kostet zwischen 700 und 750 Euro. "Heuer haben sie entbuscht und ein neues Geländer gebaut, aber es ist noch nicht ganz fertig", erklärte Rudolf Braun die Arbeiten, die der Trupp erst kürzlich verrichtet hatte. Einstimmig wurde beschlossen, den Arbeitstrupp auch im nächsten Jahr wieder zur Unterstützung zu holen.

Geld für Breitbandausbau

Was den Breitbandausbau betrifft, hat Weißenohe noch viele Fördermittel übrig. 1,1 Millionen Euro könnte die Gemeinde noch ausgeben. "Das werden wir nie brauchen", sagte der Gemeindechef. Gräfenberg schon. Die benachbarte Stadt ist nur mit zehn Prozent gefördert worden, hingegen ist Weißenohe bei dem Internetausbau mit 90 Prozent gefördert worden.

Aus dem ersten Verfahren gab es noch zwei Hausanschlüsse am Weinberg, die nun schnelleres Internet bekommen. Doch am Sportheim, am Wasserwerk und bei dem Hundeheim sei noch kein schnelleres Internet, meinte Bürgermeister Rudolf Braun. Und das Sportheim in Gräfenberg müsste auch von der Stadt aus versorgt werden. Der Gedanke war nun, den Breitbandausbau gemeinsam zu erledigen, unter Federführung der Gemeinde Weißenohe. Wie der zeitliche Ablauf sei, wollte zweiter Bürgermeister Raimund Schwarz (WGA) wissen. "Das kann man nicht sagen. Momentan sind drei Jahre Wartezeit", erklärte Braun die Auftragslage, bevor die Gemeinderäte dem gemeinsamen Ausbau Sportheim Gräfenberg zustimmten.