Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und der Vorsitzende des Migranten- und Integrationsbeirates Mohammed Addala haben Mirjam Elsel mit dem Zivilcouragepreis "Handeln statt wegschauen" 2019 ausgezeichnet. Bei der Verleihung in der Treffbar des E.T.A.-Hoffmann-Theaters lobten sie ihr vorbildhaftes ehrenamtliches Engagement.

"Demokratie braucht Bürger, die aktiv Veränderungen einfordern. Die diesjährige Preisträgerin tut dies auf vorbildliche Art und Weise", betonte Starke laut der Mitteilung der städtischen Pressestelle. Mirjam Elsel engagiert sich seit vielen Jahren besonders in der Flüchtlings- und in der interkulturellen und interreligiösen Arbeit. Sie aktiviert und verbindet verschiedene Gruppierungen im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus und handelt als Sprachrohr für Minderheiten, die Unterstützung in der Integration suchen. "Dabei", so lobte Dekan Hans-Martin Lechner in seiner Laudatio, "geht es ihr immer um die Menschen, in deren Sinn gehandelt werden muss."

Begonnen hatte alles im Frühjahr 2017: Geflüchtete aus Afghanistan, die in Bamberg untergebracht waren, sollten damals in ihr kriegsgebeuteltes Heimatland abgeschoben werden. Für die Preisträgerin und ihre Mitstreiter war sofort klar, dass es für diese Gruppe einen Ort der Solidarität in Bamberg geben müsse. So war die Bamberger Mahnwache Asyl geboren. Seit nunmehr zweieinhalb Jahren findet diese jeden Montag am Gabelmann in der Bamberger Innenstadt statt. In aller Öffentlichkeit sprechen sich dort unterschiedlichste Akteure für faire Asylverfahren und Menschlichkeit in der Flüchtlingspolitik aus. Inzwischen ist die Bamberger Mahnwache eine der größten in Deutschland.

Unermüdliches Wirken

Darüber hinaus engagiert sich Mirjam Elsel in weiteren zivilgesellschaftlichen Bündnissen für Veränderung und Verbesserung der Gesellschaft, wie zum Beispiel das Bündnis gegen Rechtsextremismus und die interreligiöse Fraueninitiative.

"Das konstante und unermüdliche Wirken von Mirjam Elsel über Jahre hinweg hat deutlichen Vorbildcharakter und eine Würdigung mit dem Zivilcourage-Preis ,Handeln statt wegschauen' 2019 mehr als verdient", unterstrich Starke bei der Preisübergabe.

Mirjam Elsel selbst widmete den Preis ihren zahlreichen Mitstreitern: "Das Engagement in Bamberg ist ein ganz besonderes. Montag für Montag kommen so viele Menschen, um das gesellschaftliche Miteinander zu tragen. Das ist einfach überwältigend", betont sie.

Die Preisträgerin habe das Motto "Handeln statt wegschauen" in idealer Weise umgesetzt, bekräftigte schließlich auch der Mib-Vorsitzende Addala. "Ich wünsche mir, dass die Träger der Auszeichnung für Zivilcourage zum Vorbild für jeden Einzelnen von uns werden und dass ihr Handeln uns hilft, zukünftig in entscheidenden Situationen das Richtige zu tun." Er dankte der Jury unter Vorsitz von Bürgermeister Christian Lange sowie allen Nominierten: "Ihr Engagement bereichert unsere Stadt." red